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Axel Brätz (66, Berlin) und sein Bruder Herwig (64, Rostock) haben einen besonderen Blick auf mittelalterliche Stadtgrundrisse und werden seit Jahren immer wieder fündig. Um die 300 Stadtpläne haben sie bereits betrachtet und darin Bilder und astronomische Strukturen entdeckt, die bislang verborgen geblieben sind, sogenannte Urbanoglyphen. Zwar verwehrt die Mittelalterwissenschaft den Autoren und Referenten die Anerkennung, attackiert sie sogar heftig, aber spannend ist es schon, was sie mitzuteilen haben, darunter zu Strelitz. „Die überraschenden Ergebnisse unserer Betrachtungsweise von Straßen, Kirchen, öffentlichen Plätzen sind nicht einfach als ‚Kaffeesatzleserei‘ abzutun“, betont Axel Brätz an die Adresse der Kritiker.

Die umstrittenen Brüder haben einen Stadtplan von Schloss und Stadt Strelitz aus dem Jahr 1786 herangezogen und besonders das Wesenberger Tor im Westen, das Brandenburger Tor im Norden, das Schloss (ehemalige Wasserburg) im Süden, die Straße nach Fürstenberg im Osten und die Kirche im Zentrum der Stadt herausgestellt.

Strelitz_FigurNach Drehung des Plans um 180 Grad ist plötzlich eine geflügelte Figur zu erkennen, ein Engel. Das Schloss bildet den Kopf, unteres Körperende ist das Wesenberger Tor, der Flügel wird vom Brandenburger Tor und der Fürstenberger Straße begrenzt. Die Straßen zeichnen den Körper nach, „und an der anatomisch richtigen Stelle für einen Menschen schlägt das christliche Herz, die Kirche“, so Axel Brätz. Er denkt gleich noch an den Bogenschützen Amor, denn auch in Strelitz stecke ja übersetzt das Wort Schütze.

„Es ist vielleicht eine Bereicherung der Stadtgeschichte und in diesem Fall auch etwas Besonderes“, so mein Leser. Ein solches Bild hätten sein Bruder und er nirgendwo anders entdeckt. Auf jeden Fall bereichert die Geschichte meinen Blog. Mit aller gebotenen Skepsis, vielen Dank dafür.