Man muss als Mann am Sonnabend nicht unbedingt den Rasenmäher anwerfen oder gar die Motorsäge, um handwerklich auf seine Kosten zu kommen. Schon gar nicht, wenn das folgende Rezept unter die von einem Vorgänger vergebene Kategorie „entspannend“ fällt. Jedenfalls habe ich es da ausgegraben.
Ich habe heute anlässlich der Vereinigung von Räucherlachs mit grünem Spargel Fettuccine produziert, also eine breitere Nudel. Nicht ganz sicher bin ich mir, ob ich an dieser Stelle schon mal die Pasta-Produktion als partnerschaftliche Aktion gewürdigt habe. Zumindest diejenigen, die wie ich mit einer Nudelmaschine gesegnet sind, können gut eine dritte und vierte Hand gebrauchen.
Leider ist das spezielle Pasta- und Spätzlemehl aus hiesigen Supermarkt-Regalen verschwunden, ordinäres Weizenmehl tut es aber auch. Möglicherweise war alles ohnehin Etikettenschwindel. Auf 300 Gramm je nach Größe drei bis vier Eier, auf 500 Gramm fünf bis sechs Eier. Wichtig ist, dass die Rundlinge nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen. Den Teig ordentlich kneten, klebt er, Mehl unterstreuen, bröckelt er, Hände anfeuchten. Am Ende steht ein Klops ohne die beschriebenen Unarten. Den eine halbe Stunde ruhen lassen und ihn dann portionsweise auf einer mehlbestäubten Arbeitsplatte ausrollen.
Teig immer wieder teilen
Maschinisten setzen jetzt mittels Walzen Technik ein, der Rest der Köchegemeinde schafft sich am Nudelholz, bis der Teig die gewünschte Dicke hat. Dazu immer wieder teilen und ausrollen bzw. durchdrehen. Am Ende die Pasta in die gewünschte Streifendicke schneiden, die Maschine macht das per Kurbel, ansonsten tut es ein scharfes Messer. Ein Küchentuch ausbreiten und die Nudeln darauf eine Stunde trocknen lassen, länger schadet nichts. Die brauchen dann nur eine Garzeit von maximal fünf Minuten, vorsichtig umrühren.
Den Spargel habe ich in Spitzen und mundgerechten Rest geteilt, den Lachs in Streifen geschnitten. Achtung: Habt Ihr mit TK-Spargel zu tun, brauchen die Spitzen nur eine Minute in kochendem Wasser, die Enden vielleicht drei bis vier Minuten. Es soll ja noch schnurpsen. Abschrecken und abtrocknen. Bei frischem Spargel die Garzeit verdoppeln.
Entspannung ist nicht garantiert
Die abgetropften Fettuccine kommen jetzt in eine große Pfanne, Spargel und Lachs dazu, alles mit 350 Millilitern Sahne übergießen. Reichlich Pfeffer, getrockneten oder frischen Estragon und Salz zum Einsatz bringen. Den Pfanneninhalt bei geschlossenem Deckel noch einmal vier bis fünf Minuten bei mäßiger Hitze erwärmen. Am Ende mit Parmesan überstreut auf den Tisch bringen. Für die Entspannung übernehme ich keine Garantie, für ein leckeres Essen schon. Und das ist immer gut für die Seele.


Wow, meine Hochachtung. Pasta selber machen ist und wird immer der Part sein bzw. bleiben, den ich vermutlich nie machen werde. Wobei ich durchaus sehe, dass mir dabei evtl. was entgeht. Aber ich möchte meinem Klischee treu bleiben, dass ich kein Mehl in der Küche habe … 😉
Du weißt nicht, was dir entgeht.
Doch, wie ich fürchte. Und hier in der Gegend bekommt man ja auch nicht mal beim Italiener frische Pasta …