Ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir. Dutzende Mitmenschen sind wieder und wieder an meinem geistigen Auge vorbeigezogen. Und im Gegensatz zum berühmten Schäfchenzählen wurde ich immer wacher. Und unglücklicher. Der Männerweisheit, dass man Frauen, Pfeifen und Motorräder nicht verborgt, ist unbedingt ein Zusatz zu verpassen. Auch bei Büchern und Filmen sollte zumindest äußerste Zurückhaltung geübt werden, was die Außerhausgabe angeht. Und entschließt man sich doch aus besonderer Zuneigung zur vorübergehenden Trennung von der Lieblingslektüre oder dem ultimativen Streifen in der heimischen Sammlung, dann wäre zumindest irgendwo zu vermerken, wer der solchermaßen Begünstigte war. Denn beide Seiten neigen zur Verdrängung, auch beste Freunde und gute Bekannte. Das ist zutiefst menschlich und auf keinen Fall übel zu nehmen.
Kurzum nutze ich diesen meinen Blog, um mal in die Runde zu fragen, wem ich meinen zum persönlichen Schatz erhobenen Film „Once“ geliehen habe. Nicht nur, dass es Zeit wird, ihn mal wieder in den eigenen vier Wänden abzuspielen. Schließlich habe ich ihn erst vier Mal gesehen. Aber nun habe ich ihn auch noch einer lieben Kollegin versprochen, die mich im Gegenzug mit ganz wunderbarer Musik versorgt hat. Und der Griff gestern Abend ins Film-Regal ging ins Leere. Vielleicht ist ja in der Strelitzius-Gemeinde jemand, der meinen Seelenfrieden wieder herstellen kann. Als kleinen Bonus unten ein Link zu einem Konzert der beiden Hauptdarsteller Glen Hansard und Marketa Irglova mit ihrem Lied „Falling Slowly“, das 2008 in der Kategorie „Bester Song“ einen Oscar erhielt.

Zu meinem Hilferuf hat mir Wesenbergs Kinochefin Christiane Bongartz ein paar nette Zeilen geschickt:
Lieber Herr Journalist, zu Ihrer angeführten Männerweisheit (stöhn): „Der Männerweisheit, dass man Frauen, Pfeifen und Motorräder nicht verborgt, ist unbedingt ein Zusatz zu verpassen.“
Ein Glück, dass ich nicht mehr in Deinem zitierten Jahrhundert lebe, sondern 2016, und mein Mann mich nicht einfach verborgen kann. Haben die Frauen auch lang für kämpfen müssen, denn freiwillig waren die „Männers“ von der Besitzstandsveränderung ja nicht so angetan. Soll ja auch heute noch Exemplare dieser Besitzstandswarer geben. Habe herzlich gelacht. Wie einen doch vergangene Zeiten einholen. Danke, der Tag ist gerettet.
Vielleicht doch eher „Frau“ durch Film ersetzen. Aber Filme teilt man ja gern mit anderen Leuten, weshalb man ja auch ins Kino geht.
Liebe Grüße auch an Deine Frau, denn auch Sie hat Glück, Du kannst Sie nicht verborgen (was ja auch nicht wirklich in Deinem Sinne wäre 😉 ) wie Deinen Lieblingsfilm.
Und wo wir gerade bei dem Thema sind, demnächst der Film: Die Sufragetten
Schmunzelnde Grüße von der Berlinale
Christiane
Hallo André,
Dein Film befindet sich in besten Händen, nämlich in meinen. 🙂
Du bekommst ihn selbstverständlich zügig und wohlbehalten zurück.
Viele Grüße,
Suse
Da bin ich aber erleichtert…