Christine Kittendorf, umrahmt von Peter Schmitt (links) und meiner Wenigkeit.
Ein sehr schöner Abend, wenn da nicht der Verlust wäre. Am Freitagabend habe ich einmal mehr im Kaffeehus Kittendorf in Mirow gelesen. Leider war es die ultimativ letzte Kulturveranstaltung in dem gastronomischen Kleinod, das zum Monatsende aus wirtschaftlichen Gründen nach mehr als zehn Jahren schwieriger Existenz schließen muss. Die Kleinstädter wissen gar nicht, was ihnen da verloren geht. Das habe ich ihnen in aller mir eigenen Ungeschminktheit eingangs des Vortrags aufs Brot geschmiert, bevor ich meine rund 25 Zuhörer, viele davon Stammgäste, ins Pleistozän entführt habe.
Es ist nun traurige Gewissheit, dass das „Kaffeehus Kittendorf“ in Mirow zum 30. April aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss. „Es war mein Lebenstraum, aber ich bin nun bereit neue Wege zu gehen. Aktuell bin ich auf Jobsuche“, hat mir Café-Chefin Christine Kittendorf mitgeteilt, diplomierte Hotelbetriebswirtin mit zehnjähriger Erfahrung als selbständige Unternehmerin. Vielleicht gibt es ja in meiner Blog-Gemeinde jemanden, der einen Job mit geregelten Arbeitszeiten zu vergeben hat. Hier der Mail-Kontakt: backstube@kaffeehus-kittendorf.de
Das Kaffeehus Kittendorf in Mirow hat mich gebeten, zwei Veranstaltungen anzukündigen: Am Montag, 30. September, gibt es ab 14 Uhr einen Plattdeutschen Nachmittag. In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre kommen Plattdeutschfreunde und die es werden wollen auf ihre Kosten. Der Eintritt ist frei, der Hut geht rum…
Am Freitag, 4. Oktober, um 18 Uhr, findet eine Autorenlesung mit Martin Nicklas statt. Der Neustrelitzer liest aus seinem zweiten Buch „Es kommt stets auf die Grautöne an!“ und aus seinem Kurzgeschichten-Fundus. Der Eintritt ist auch hier kostenlos, eine Hutspende ist erwünscht.
Mein Lieblingscafé feiert heute seinen 10. Geburtstag. Bereits am Vormittag konnte Christine Kittendorf, Chefin des Kaffeehus in Mirow, zahlreiche Gratulationen entgegennehmen. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte die 2. Stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Fahrnow. Auch Prieperts Bürgermeister Manfred Giesenberg, der die Geschäftspartnerschaft mit dem Kaffeehus Kittendorf sehr schätzt, war gekommen. Und natürlich war auch Strelitzius heute unter den ersten Gästen. Ich begleite das Stadtcafé von der Geburtsstunde an hier im Blog und freue mich natürlich mit der Unternehmerin, dass sich ihr Haus nicht nur zu einer beliebten gastronomischen, sondern auch zu einer Kulturadresse gemausert hat.
Gern erinnere ich mich an meine Glossen-Lesungen im Kaffeehus mit seiner Wohnzimmeratmosphäre, weiß mit meinen Schauspielkollegen von der Kellerbühne FreiGespielt und unserem Theaterpublikum aber auch das Catering von Christine Kittendorf zu würdigen. Nicht zu vergessen ihre Verdienste als 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Mirows und als Aktivistin in der Bürgerinitiative für die Umgehungsstraße, die nun endlich durchgekämpft ist.
Keine Frage, dass auch die Kaffeehus-Besitzerin froh ist, die zehn Jahre als Existenzgründerin erfolgreich bewältigt zu haben. „Es war gerade in den letzten Jahren eine sehr große Herausforderung, auch ein Überlebenskampf, und mein Bestreben ist es unbedingt, weiter durchzuhalten und das Beste aus allen Situationen zu machen“, so meine Blogfreundin. Natürlich ginge der Betrieb mit vielen persönlichen Abstrichen einher, um ihn am Laufen zu halten. „Und ohne meine Familie ginge es gar nicht. Ich danke meinen Eltern, aber auch meinen sonstigen Wegbegleitern, die ihren Beitrag zu dem geleistet haben, was das Kaffeehus heute ist.“ Strelitzius wünscht dir, liebe Christine, die Kraft für weitere zehn Jahre und den nötigen geschäftlichen Erfolg.
Am Donnerstag, 21. Dezember, um 18 Uhr, verwandelt sich das Kaffeehus Kittendorf – Stadtcafé Mirow in ein Wohnzimmerkino, um den Kurzfilmtag zu zelebrieren. Unter der Leitung der „Kreativ-Kogge“ und ihres Kapitäns Kevin Lierow-Kittendorf wird das Programm „Balanceakt“ präsentiert, eine facettenreiche Reise durch die Welt des Kurzfilms, mit Fokus auf den Erhalt des Gleichgewichts in verschiedenen Lebenssituationen.
Das ca. 80-minütige Programm der Filmakademie Baden-Württemberg zeigt auf humorvolle Weise, dass das Leben oft ein Balanceakt ist, sei es auf einer Seilbahnfahrt, in realen Extremsituationen oder durch die Geschichten von liebeskranken Katern und wünschenden Kühen. Reservierungen und Kartenvorverkauf für dieses einzigartige Filmerlebnis erfolgen direkt über das Kaffeehus Kittendorf – Stadtcafé Mirow unter der Telefonnummer 039833 170 259.
Klaus Mewes hatte im Dezember vergangenen Jahres bereits auf der Mirower Schlossinsel gelesen.
Eine fesselnde Reise in die Vergangenheit garantiert Klaus Mewes bei seiner bevorstehenden Lesung im „Kaffeehus Kittendorf“. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 7. September, um 18 Uhr statt. Der Autor gewährt Einblicke in das Leben und Aufwachsen in einer kleinen Ackerbürgerstadt im Herzen Mecklenburgs.
Klaus Mewes, das dritte von fünf Kindern einer typischen Bauernfamilie, lässt seine Erinnerungen an die 50er/60er Jahre lebendig werden. Seine Erzählungen beleuchten eine Zeit des Wandels, in der sich eine neue Gesellschaft formte, während dennoch an alten Traditionen festgehalten wurde. In dieser Ära hatten Werte, wie Respekt vor harter Arbeit und Gemeinschaft, eine bedeutend größere Bedeutung als heutzutage.
Die unbeschwerte Kindheit von Klaus Mewes wird ebenso lebendig dargestellt wie die Charaktere, die diese Ära geprägt haben. Seine humorvolle und herzliche Beschreibung vermittelt eine Zeit, die mittlerweile in weiter Ferne liegt, aber durch seine Erzählungen auf wunderbare Weise wieder zum Leben erweckt wird. Die Lesung ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte und das Leben der Nachkriegsgeneration in der ehemaligen DDR interessieren, eine Ära, die geprägt war von Veränderungen, Traditionen und unvergesslichen Charakteren. Der Erwerb des Buches ist vor Ort möglich. Reservierung empfohlen unter 039833 170259.