Schlagwörter
Ernst-Boll-Naturschutztag, Hochschule, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Tagung, Wald

Eine große naturschutzfachliche Tagung, der 14. Ernst-Boll-Naturschutztag, wird am 2. November in der Hochschule Neubrandenburg (Haus 1, Hörsaal 1) stattfinden. Von 10 bis 16 Uhr werden hochkarätige Referent*innen einzelne Aspekte des Oberthemas: „Herausforderungen für einen zukunftsfähigen Wald“ aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Insgesamt wird dabei die Bedeutung der Wälder und konkret des Waldklimas sowie der Einfluss der Bewirtschaftungsform auf dieses und einige Beispiele für die gelungene Waldbewirtschaftung von morgen vorgestellt.
Für eine entsprechende Mahlzeit auf der Tagung wird durch den FreiRaum e.V. gesorgt. Dieser wird den Teilnehmenden ein reichhaltiges Büfett mit geretteten Nahrungsmitteln aus ökologischem Anbau und mit Früchten der saisonalen Ernte anbieten. Der FreiRaum e.V. freut sich dafür über eine Spende. Die Anmeldung ist noch bis zum 25. Oktober auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) möglich.
Die Tagung wird von einem gemeinsamen Kollektiv aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Neubrandenburg, dem Naturschutzbund (NABU) Neubrandenburg, der Fachgruppe Ornithologie (FGO) Neubrandenburg und der Landeslehrstätte (LLS) des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG MV) an der Hochschule Neubrandenburg (HS NB) organisiert. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (OAMV), der Deutschen Naturschutzakademie (DNA) sowie dem FreiRaum e.V..
Anhaltend schlechte Vitalität
Wälder sind unverzichtbar für den Klima- und Artenschutz. 558.000 ha sind in Mecklenburg-Vorpommern von Wald bedeckt. Unsere Wälder sind sehr vielfältige, artenreiche und faszinierende Ökosysteme. Doch in welchem Zustand befinden sie sich? Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2023 belegen für die Wälder in M-V einen seit 2019 anhaltenden, schlechten Vitalitätszustand. Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Diese Entwicklung konnten auch die günstigeren Witterungsbedingungen im letzten Jahr nicht aufhalten.
Allein in Deutschland ist in den letzten fünf Jahren eine Fläche von rund 500.000 Hektar Wald abgestorben. Das Waldsterben in monokulturellen Wäldern ist deutlich zu beobachten. So sind durch die letztjährigen Dürreperioden beispielsweise ganze Fichtenbestände eingegangen. Wenn sowohl der Erhalt als auch die Aufforstung von Wäldern für die Stabilität von Ökosystemen so wichtig ist, stellt sich die Frage, welche Art von Wäldern bei Aufforstungen angelegt werden sollen.
Eine Waldwende wird vielerorts gefordert und deren Sinnhaftigkeit wird immer deutlicher: Artenreiche Wälder speichern dreimal mehr Kohlenstoff pro Hektar als Bestände, die nur aus einer Art bestehen. Eine Baumvielfalt in Wäldern und Mischkulturen haben darüber hinaus wichtige andere Effekte: Sie führen zu einem stabilen Ökosystem, welches robuster gegenüber Extremwetterereignissen ist.

