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„Die Grabkapelle auf dem Klingenberg im mecklenburgischen Klein Vielen ließ der Gutsbesitzer Eduard Jahn ab 1851 im neugotischen Stil errichten – voll Trauer um seine verstorbene Frau. Lange war der achteckige Bau eine Landmarke, dann geriet er in Vergessenheit und verfiel. Von einem engagierten Verein ins Bewusstsein zurückgeholt, wurde das Denkmal in Not dank Ihrer Spenden restauriert.“

Mit diesen Worten und zudem einem großen „Danke“ würdigt die Redaktion der Zeitschrift „Monumente“, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz herausgegeben wird, auf der Rückseite des aktuellen Heftes 1/2024 ganzseitig die Unterstützung durch die vielen Spenderinnen und Spender, die zum Erhalt dieses einzigartigen Denkmals beigetragen haben.

Auch die Arbeit des Klein Vielen e. V., der bereits 2009 in Kooperation mit der Hochschule Neubrandenburg auf die große historische Bedeutung dieses Denkmals aufmerksam gemacht hatte und aus dessen Reihen sich dann ein Förderverein Jahn-Kapelle e.V. gründete, wird gewürdigt. Alle, die die Restaurierung noch unterstützten, sind hier  genannt. Der Förderverein hat seine Arbeit nach Zielerreichung Ende 2022 beendet. Zugleich zeigt die Stiftung Denkmalschutz ihren Spenderinnen und Spendern mit einem großformatigen Foto das großartige Ergebnis der Restaurierung.

Die Kapelle ist wahrlich eine LANDMARKE, wie jeder, der in der Gegend um die Kapelle unterwegs ist, bestätigen wird. „Wandern doch auch Sie einmal auf dem Rücken der Endmoräne zwischen Adamsdorf und Klein Vielen an der höchsten Erhebung in unserer Gegend vorbei, dem ‚Strelitzer Berg‘. Und dann ruhen Sie sich einmal aus auf der Bank am ‚Großen Geldberg‘, dem Hügelgrab am Eingang des Wanderweges nach Brustorf-Ausbau bzw. nach Peckatel. Sie werden der Monumente-Redaktion uneingeschränkt zustimmen“, schreibt Prof. Hermann Behrens vom Klein Vielen e.V. auf der Webseite des Vereins.

Die Funktion der LANDMARKE wird besonders deutlich, wenn man auf dem Klingenberg an der Jahn-Kapelle selbst weilt. Weithin geht der Blick in eine ungestörte mecklenburgische Landschaft, oft malt dort vom Wetter beeinflusste Stimmung Bilder, die an den wohl bedeutendsten Maler der Romantik, Caspar David Friedrich, erinnern, dessen Geburtstag sich übrigens in diesem Jahr zum 250. Mal jährt.
Und eine LANDMARKE ist auch der „Strelitzer Berg“, ja der gesamte Höhenzug der Endmoräne.

LANDMARKE in Gefahr!

Ob die Jahn-Kapelle ihre gerade mühsam wiedergewonnene Bedeutung als LANDMARKE behalten wird, steht in den Sternen oder liegt – richtiger gesagt – in den Händen des Regionalen Planungsverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Dieser hat kürzlich eine Liste mit Potentialflächen für die Standorte von Windenergieanlagen veröffentlicht. Und siehe da: Eine dieser Flächen wurde ausgerechnet auf der Endmoräne rund um den Strelitzer Berg  „entdeckt“, zwischen Klein Vielen und Liepen, direkt am Rande des Müritz-Nationalparks. „Es ist zu wünschen, dass alle Mitglieder des Regionalen Planungsverbandes sich einmal vor Ort begeben. Vielleicht entwickeln sie dann ein Gespür dafür, welche Risiken in manchen Entwicklungsvorstellungen liegen“, schreibt Hermann Behrens abschließend. Sollte eine Begleitung einer sockhen Exkursion erwünscht sein, stehe er gern zur Verfügung.

www.kleinvielen-ev.de