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Eine der wenigen Chancen für die TSG Neustrelitz: Dennis Ladwigs Kopfball streicht in der zweiten Hälfte knapp am Gehäuse der Berliner vorbei. Links schaut Manuel Härtel dem Leder hinterher.

Von diesem Heimspiel hatten sich die Oberligisten der TSG Neustrelitz und ihre Anhänger viel versprochen. Am Ende der Partie heute Nachmittag gegen den Charlottenburger FC Hertha 06 vor 350 Zuschauern im Parkstadion der Residenzstadt hieß es leider 1:3 (1:1), und die Enttäuschung war groß.

Kann sich am Ende angesichts der Niederlage nicht wirklich über seinen Treffer freuen: Manuel Härtel. Er vermisste passgenaue Flanken, wie immer wieder trainiert.

Dabei waren die Gastgeber nach sehr verhaltenem Beginn in der 24. Minute umjubelt durch Manuel Härtel in Führung gegangen. Rei Oami war es, der einen genialen Pass auf den durchgelaufenen Angreifer spielte, der sich allein gegen Hertha-Keeper Mateusz Zlotogorski die Ecke aussuchen konnte. Der Treffer hatte in der Luft gelegen, nachdem es bei zwei Ecken hintereinander schon lichterloh im Hertha-Strafraum gebrannt hatte. Zuvor hatte in der 11. Minute nach Unstimmigkeiten in der Neustrelitzer Abwehr der herausgelaufene TSG-Schlussmann Justin Borchardt mit einer Glanzparade einen frühen Rückstand der Platzherren verhindert.

Keine Chance hatte Borchardt hingegen beim Handelfmeter der Herthaner in der 32. Minute durch Özer Ozan Pekdemir nach Ballverlust der TSG im Mittelfeld, die eigentlich gerade dabei war die Oberhand zu gewinnen. Noch in der ersten Halbzeit holte Coach Thomas Franke Maik Frühauf vom Platz und ersetzte ihn im Mittelfeld durch Tobias Teetz. Der sorgte auch sofort für Belebung, Zählbares war aber bis zum Pausenpfiff nicht mehr zu verbuchen.

Nach dem Seitenwechsel nimmt das Unheil seinen Lauf. Einen hoch in den Strafraum geschossenen Freistoß kann Emre Turan in der 55. Minute unbehindert per Kopf zur Führung für die Charlottenburger verwerten. Nicht genug damit, landet ein weiterer Freistoß der Hauptstädter, diesmal direkt getreten, über den Innenpfosten in den Maschen. Torschütze diesmal Ali Ayvaz in der 75. Minute. Zu dem Zeitpunkt hatten die TSG-Jungs gerade ein Powerplay aufgezogen, aber zu unkonzentriert die Aktionen. In der 77. Minute kann Justin Borchardt eine noch höhere Niederlage seiner Elf verhindern. Er pariert einen weiteren Freistoß der Gäste. Der Rest ist Schweigen.

Coach Franke: Gäste einfach effektiver

„Der Sieg geht total verdient an die Herthaner. Sie waren einfach die effektivere Mannschaft. Mein Team hat mir schon in der ersten Hälfte nicht gefallen, spätestens nach dem 1:3 waren die Jungs vollkommen konsterniert“, sagte Thomas Franke im Gespräch mit Strelitzius. „Wir haben uns auch kaum wirkliche Chancen erarbeitet. Es war einfach ein gebrauchter Tag, nicht unser.“

Das letzte Wort habe ich heute TSG-Sprecher Stephan Neubauer gegeben: „Wie kann nur aus einer solchen Euphorie vor dem Spiel ein derartiges Debakel werden? Den tatsächlichen Willen zum Sieg habe ich vermisst. Und die Ideenumsetzung war sehr limitiert. Unsere Jungs können ja Fußball spielen, aber sie bringen es nicht auf den Platz. Es wird Zeit sich am Riemen zu reißen und die Kurve zu kriegen. Abhaken, und unser gemeinsames Ziel weiter verfolgen!“

Die TSG Neustrelitz, jetzt auf Rang 12 der Tabelle, läuft also weiter ihren Ansprüchen hinterher. Nächster Gegner ist bereits am kommenden Freitagabend auswärts Tennis Borussia Berlin (5.).

Kapitän Kevin Riechert steigt nach einer Ecke hoch.
Tom Kliefoth bereit, aber vor ihm ist der Hertha-Keeper am Ball.