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Im Rahmen der heutigen feierlichen Immatrikulation an der Hochschule Neubrandenburg übergab Oberbürgermeister Silvio Witt den OB-Förderpreis 2022 persönlich an die Preisträgerinnen. Nach Sichtung und Platzierung der wissenschaftlichen Abhandlungen hat die Jury aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung entschieden, dass in diesem Jahr der erste Preis an Luisa Brassen und Josefine Rühlow für ihren Projektbericht zum „Austauschcafé“ vergeben wird.

Besonders beeindruckt hat die Jury, dass es den beiden Studentinnen gelungen ist, sehr schnell und zielsicher ein niedrigschwelliges Angebot für die Förderung von Gemeinwesenarbeit, die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten und die Stärkung von Beteiligungs- und Kommunikationsstrukturen zu konzipieren. Menschen aus Neubrandenburg und der näheren Umgebung kommen so über Generationen hinweg in Kontakt und reagieren positiv auf drohende Prozesse der Vereinsamung und Isolation. Die Idee wurde vom Netzwerk Familienwelten Neubrandenburg anerkennend aufgenommen und unterstützt. Das „Austauschcafé“ wird durch die strukturelle Unterstützung vom AWO-Haus der Familie und ehrenamtliche Initiative erhalten bleiben und fortgesetzt.

Der zweite OB-Förderpreis 2022 geht an Antonia Maria Firmhofer für ihre Bachelorarbeit „Konzeptionelle Entwicklung eines bioklimatischen Ungunstgebietes in Neubrandenburg“.

Die Bachelorarbeit diskutiert drei Konzepte zur Steigerung der Lebensqualität und der Attraktivität des Plattenbaus durch Maßnahmen, die der Verbesserung des Stadtklimas dienen. Stadtpolitische Entwicklungsschwerpunkte der Neubrandenburger Südstadt sind die Sanierung und Attraktivitätssteigerung von Plattenbauten und der Umgang mit Wohneinheiten, die unter Denkmalschutz stehen. Die grüne Umgestaltung des von Firmhofer untersuchten Hochhausensembles, eines klimatischen Ungunstgebietes, das derzeit durch das Vorhandensein hoher Temperaturen, signifikanter Mengen an Fein- und Schadstoffteilen durch hohes Verkehrsaufkommen und einen hohen Versiegelungsanteil gekennzeichnet ist, hätte einen hohen und beispielgebenden Nutzen für die Stadt.

Die Preisträgerin des dritten Preises ist Anne-Marie Stark für ihre Bachelorarbeit „Gedenkstättenpädagogik als Handlungsfeld der Sozialen Arbeit in der Migrationsgesellschaft – welche Potenziale und Herausforderungen bestehen für die akademische Ausbildung?“.

Die Bachelorarbeit diskutiert Grundsätze eines gedenkpädagogischen Ansatzes, der eine breite Inklusion ermöglicht und somit auch für die Ansprache von Personen mit Migrationserfahrung in erster oder zweiter Generation geeignet ist und bei der Gestaltung von Gedenkorten oder -ausstellungen berücksichtigt werden kann. Die Beschreibung der Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Neubrandenburg und dem RAA-Geschichtsprojekt „zeitlupe“ an einigen Beispielen hebt deren Gewinn für die Region im Besonderen hervor. Aufgrund der Betrachtung der Herausforderungen und Potenziale einer geschichtsorientierten akademischen Ausbildung wird die Verbindung von regionaler historisch-politischer Bildungsarbeit und sozialer Arbeit in der akademischen Ausbildung sehr befürwortet.