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Daniel Hähnert (rechts) und Odin Gnilitza stellen einen Block. Hinten links Max Auste, rechts Libero Jacob Genzmer.

Das haben sich unsere Volleyball-Jungs vom PSV Neustrelitz heute Nachmittag mit Sicherheit anders vorgestellt. In eigener Halle unterliegen die Favoriten, die zuletzt den Tabellenführer in der 2. Bundesliga Nord aus Mondorf auswärts geschlagen hatten (Strelitzius berichtete), diesmal dem VC Bitterfeld-Wolfen mit 0:3 (22:25, 20:25, 23:25). Nach Abpfiff flog vor lauter Frust eine Wasserflasche auf den Hallenboden, nachvollziehbar und geschenkt. Mondorf hat sich übrigens heute gegen Schüttorf 09 die nächste Niederlage geleistet und musste den Moersern die Tabellenspitze überlassen. Die Neustrelitzer nach dem heutigen Spieltag weiter auf Rang 3, aber die Luft auf dem Treppchen wird für sie dünner.

Der PSV kam schon schlecht aus den Startlöchern. Löchriger Block, keine zwingenden Angriffe, Trainer Jonathan Kendrick Scott hatte im ersten Durchgang mehrfach Gesprächsbedarf. Nur selten blitzte das wahre Können der Gastgeber auf. Ganz im Gegensatz die Anhaltiner. Die waren hier schon in allen Belangen die bessere Mannschaft.

Ohne die gewohnte Durchschlagskraft: Maximilan Auste

Im zweiten Durchgang bahnt sich sogar ein Debakel an, bis zu zehn Punkte liegt das PSV-Team zurück. Zunehmend mutlos, keine Ideen gegen einen intelligent aufspielenden Gegner, die Körpersprache der Residenzstädter verrät alles. Immer wieder Kopfschütteln beim Trainergespann Jonathan Scott/Dirk Heß. Am Ende hat sich die Mannschaft nicht völlig abschießen lassen, ein bisschen Ergebniskosmetik zumindest war noch drin.

Satz Nummer 3, was geht noch? Bitterfeld-Wolfen mit zwei gewonnenen Sätzen im Rücken vielleicht nicht mehr ganz so konzentriert. Es spricht für unsere Truppe um Kapitän Ricardo Galandi, dass sie sich noch nicht aufgegeben hat und nach einem langen Gleichauf sogar 14:12 in Führung geht. Das Spiel danach wiederholt auf Messers Schneide, aber die Gäste kratzen so ziemlich jeden Ball noch vom Parkett. Lange Duelle enden fast immer zu ihren Gunsten, der Erfolg ist ihnen nicht mehr zu nehmen, auch wenn es zum Ausgang des Satzes knapp wird.

Der PSV musste heute ohne den erkrankten Paul Sprung auskommen, was bei der eigentlich vorhandenen Leistungsdichte aber keine Rolle gespielt haben dürfte. „Wir haben den permanenten Druck der Bitterfeld-Wolfener nicht ausgehalten. Wo wir dem Stress nicht gewachsen waren, haben die Gäste im Gegenzug regelmäßig die Nerven behalten und verdient gewonnen“, so Coach Scott nach der Begegnung gegenüber Strelitzius. Der Trainer hat seine Mannen bereits auf das nächste Spiel eingeschworen. Da solle es wieder besser laufen.

„Wir haben heute einfach nicht genug für einen Erfolg geleistet“, schätzte PSV-Volleyballchef Patrick Scholz in der Schlussbetrachtung mit mir ein. „Wirklich schade, und Gratulation an die Gäste.“

Sorgte für Lichtblicke: Daniel Hähnert.

Als bester Spieler beim PSV Neustrelitz wurde Daniel Hähnert gewürdigt. Selten war ich so einverstanden mit der Auszeichnung wie heute. Hähnert sorgte zweifellos für Lichtblicke, aber eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Da geht viel mehr.

Am kommenden Sonnabend tritt der PSV Neustrelitz beim Tabellenachten TV Baden an. Den hatten wir im Hinspiel in Neustrelitz im Oktober klar abgebügelt. Wollen sich die Neustrelitzer oben halten, ist ein Sieg Pflicht.

Jede Menge Gesprächsbedarf: Coach Jonathan Kendrick Scott.