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Kaum hat 2022 begonnen, da muss ich auch schon Abbitte leisten. Die Holde und meine Wenigkeit hatten vor geraumen Jahren bereits im Eingangsbereich des Gasthofes „Ex“ in Mirow auf den Absätzen kehrtgemacht und dem Lokal danach nie wieder eine Chance gegeben. Auch nicht, als es im Frühjahr 2019 in neue Hände gelangte (Strelitzius berichtete). Da musste uns erst ein Silvestertermin platzen, um gestern doch noch an der Retzower Straße doppeltgeimpft und tagesgetestet mit Freunden zu Stuhle zu kommen.

Mit einem Satz: Wir waren mehr als angenehm überrascht. Das „Ex“ ist nach Umbau und Sanierung 2020 nicht wiederzuerkennen, es hat seine plüschige Vergangenheit unübersehbar hinter sich. Hier ist mit viel Geschmack viel investiert worden, von der Küche über den Gastraum bis in den Sanitärbereich. Modernes trifft auf Althergebrachtes, das hat schon Pfiff. Die Sitzmöbel verteidigen noch die alten Zeiten, eine Neuanschaffung kostet allerdings noch einmal den einen und vor allem den anderen Schein. Das Geld will verdient sein. Aber auch die Tage der Oldies sind gezählt, wie zu erfahren war.

Kunst von hier ist an den in cooles Grau getauchten Wänden gekonnt in Szene gesetzt. Das abendliche Buffet war in allem Aufgetischten von sehr guter Qualität, die Getränke vom Mosel-Riesling bis zum Mürli gepflegt, einem Premium-Kräuterlikör aus Klink gleich um die Ecke. Letztlich ist auch der Service – schnell, freundlich, versiert – mit Inhaberin Stefanie Mewes an der Spitze zu würdigen.

Natürlich ist so ein Silvesterabend kein gastronomischer Alltag. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen und sehen, ob es beim überaus positiven Eindruck bleibt. Das kann ein wenig dauern, coronabedingt ist das „Ex“ ohnehin vorübergehend geschlossen. „Unter 2Gplus-Bedingungen kann man die Gaststätte einfach nicht wirtschaftlich betreiben“, hat mir die Chefin auf Anfrage mitgeteilt. Aber spätestens zum Saisonbeginn stehen die Türen wieder offen. Eine Empfehlung können wir guten Gewissens schon mal aussprechen. Daumen hoch!