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Umweltgerechte Entsorgung von Batterien ist ganz schön zeitaufwändig. Das muss mir jetzt auch mal eine Zeile wert sein. Dabei fängt es harmlos an. An der Tür zum Hauswirtschaftsraum hängt eine Tüte, und in die kommen die ausgedienten Stromspender, bis, ja bis einer der Henkel reißt und Phase 2 der Entsorgung eingeleitet wird. Ein, eher zwei Jahre sind bis dahin ins Land gegangen und nicht ins Gewicht gefallen. Wenn man mal von dem am Ende gerissenen Henkel absieht.

Allerdings hat unsereins nun nach so langer Zeit nur noch ungefähre Erinnerungen, wo denn hin mit den Ex-Energievollen. In den Eingangsbereich der Kaufhalle, das ist noch hängen geblieben. Schon nach der dritten Absuche des einzigen dort aufgestellten Containers wird der Schlitz entdeckt, der im Gegensatz zu den Luken „Papier“, „Pappe“ und „Plaste“ eher was für Pfadfinder ist.

Und nun kommt, was erst recht unter Zeitraub fällt. Da muss einer mit dem Lineal genau den Schacht bemessen haben. Ein Schlitzohr, wahrlich! Nichts mit schütten, da fallen die Teile daneben. Schön jede Batterie einzeln bis direkt über die Öffnung führen und fallen lassen. Pro Vorgang drei Sekunden, macht bei 100 Stück schon mal fünf Minuten. Wobei bei 100 Abgewirtschafteten die Henkel unserer Tüten noch nicht reißen, eher so bei gefühlten 200 Stück. Ich rechne das mal jetzt nicht hoch.

Bei erforderlicher absoluter Konzentration auf den Einwurfspalt bietet sich nicht mal die Chance zu einem Schwätzchen unter Nachbarn. Allerdings geht die Wahrscheinlichkeit, beim Batterieentsorgen einen Bekannten zu treffen, im Gegensatz zur Entsorgungszeit ohnehin gegen Null. Das ist in der Kassenschlange schon ganz anders, da spricht man sich häufiger.

Selbstredend wäre der häufigere Besuch des Containers eine zeitsparende Alternative, in die Halle geht es ja auch zwei- bis dreimal wöchentlich. Aber dann müssten wir unser ganzes häusliches Entsorgungssystem ändern, das mit dem reißenden Henkel ja über eine ausgeklügelte Erinnerungskomponente verfügt. Beim nächsten Mal stecke ich mir Kopfhörer in die Ohren, um wenigstens Musik beim Einführen meines Sondermülls zu hören. Irgendwas Entspannendes…