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Ausgrabungen am Ufer der Tollense. Foto: Tollensetal-Projekt

Seit der Entdeckung des berühmt gewordenen „Oberarmknochens mit eingeschossener Flintpfeilspitze“ steht das Tollensetal als „Schlachtfeld der Bronzezeit“ im Fokus des Interesses, nicht nur der archäologischen Forschung. Seit 2009 wurden im Rahmen des Tollensetal-Projekts Grabungen, Tauch- und Detektorprospektionen durchgeführt, die zahlreiche Überreste der Auseinandersetzung zutage förderten, darunter Waffen wie Pfeilspitzen aus Bronze und Feuerstein oder Holzkeulen, aber auch immer wieder menschliche Skelettreste.

Nach fast zehn Jahren Projekt liegen von verschiedenen Fundplätzen im Tal mehr als zehntausend Knochenfunde vor. Diese lassen sich über 140 Schlachtteilnehmern, überwiegend jungen Männern, zuordnen. Nachgewiesenen Verletzungen zeigen im Zusammenspiel mit den Waffenfunden ganz neue Aspekte im Bild der Bronzezeit. Darüber hinaus konnte eine bronzezeitliche Querung des Tollensetales nachgewiesen werden. Sie gilt als möglicher Ausgangspunkt der Schlacht und spielt für die Rekonstruktion des Kampfgeschehens eine große Rolle. Auch zu den Kämpfern selbst und ihrem Umfeld liefern die umfassenden Untersuchungen spannende Informationen.

Projektkoordinatorin Dr. Gundula Lidke nimmt ihre Zuhörer am Mittwoch, den 5. September, um 19.30 Uhr, im Müritzeum in Waren mit auf eine audiovisuelle Reise ins Tollensetal. Ihr Vortrag schildert den Stand des archäologischen Wissenszuwaches durch die  Arbeit im Gelände. Über die nachfolgenden Untersuchungen im Büro und im Labor bis hin zu experimental-archäologischen Versuchsanordnungen gibt Dr. Gundula Lidke einen Ausblick auf die Herausforderungen, die das Tal auch zukünftig für die Wissenschaftler bereithält.