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Sandra Lembke als Statistin am Neustrelitzer Landestheater.

Ihr akribisch recherchierter Vortrag über Otto Goritz (1873 bis 1929), vergessener Sänger zwischen dem großherzoglichen Theater Neustrelitz und der Metropolitan Opera New York, war einer der Höhepunkte der historischen Fachtagung zu den Beziehungen zwischen Mecklenburg-Strelitz und den Vereinigten Staaten von Amerika im September im Neustrelitzer Carolinum (Strelitzius berichtete). Unter den Zuhörern seinerzeit auch US-Generalkonsul Richard Tsutomu Yoneoka. Der Auftritt der Neustrelitzer Autorin Sandra Lembke verdient Wiederholung, da waren sich die Partner Stiftung Mecklenburg und IHK  Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern einig.

Demnächst kommt es nun dazu. Am 28. November um 19 Uhr wird Sandra Lembke im Gebäude der IHK in der Neubrandenburger Katharinenstraße 48 noch einmal Otto Goritz vorstellen. Die Veranstaltung ist öffentlich und wird von Strelitzius ausdrücklich auch für kulturelle Interessierte aus dem Umland empfohlen. Nicht genug damit, sind im Dezember weitere Vorträge an der Universität Greifswald und im Haus der Stiftung Mecklenburg in Schwerin vereinbart. Am Stiftungssitz war Sandra Lembke bereits im Oktober für eine Lesung aus ihrem Buch „Scheuersand und Schnürkorsett“ mit viel Beifall bedacht worden.

Der Bariton Otto Goritz kann als Tausendsassa gelten: Er war einer der vielseitigsten Sänger seiner Generation, wirkte in Uraufführungen bzw. US-amerikanischen Erstaufführungen bekannter Opern mit und arbeitete mit weltberühmten Künstlerkollegen zusammen. Daneben komponierte er Lieder und Operetten, versuchte sich als Theaterdirektor und avancierte letztlich zu einem geschätzten Gesangslehrer.

Karriere begann in der mecklenburgischen Provinz

Doch kaum jemand weiß, dass Otto Goritz seine Opernkarriere in der mecklenburgischen Provinz begann und sich dort bereits ein beachtliches Repertoire erschloss. Schon wenige Jahre nach seinem Operndebüt in Mecklenburg schaffte den Sprung auf die Bühne der Metropolitan Opera New York. Dort prägte er für mehr als ein Jahrzehnt insbesondere die Wagner-Aufführungen des Hauses, bis seinem Wirken durch den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg ein jähes Ende gesetzt wurde. Otto Goritz, als deutscher Staatsbürger plötzlich angefeindet und verdächtig, brach während des Krieges dennoch eine Lanze für die deutschsprachige Oper in Amerika, was zu heftigen Protesten und Tumulten in New York führte.

Sandra Lembke stellt in ihrem Vortrag nicht nur den interessanten Lebensweg des heute fast vergessenen Sängers Otto Goritz vor, sondern geht auch dem tragischen Schicksal seines ebenfalls einst in Mecklenburg künstlerisch tätigen Bruders nach.