Amelie Sophie Gorzellik als Rosalinde, Rebecca Aline Frese als Prinz Orlofsky und Maximilian Vogler als Eisenstein (von rechts). Fotos: Axel Lauer
Die Ehe der Eisensteins läuft längst nicht mehr rund, das Hausmädchen Adele träumt vom Star-Dasein, und Dr. Falke hat eine ganz persönliche Rechnung zu begleichen: Was im gutbürgerlichen Wohnzimmer rührend beginnt, entpuppt sich auf dem Maskenball des exzentrischen Prinzen Orlofsky als pure Heuchelei – bis sich sämtliche Figuren im Gefängnis wieder treffen. Johann Strauss’ „Die Fledermaus“ ist eine Operette voller Situationskomik, ironischer Lebensweisheiten und bitterbösem Humor. Zu erleben ist die Open-Air-Produktion im Hof des Rheinsberger Schlosses in insgesamt acht Vorstellungen zwischen dem 2. und 15. August.
Das beliebte Heckentheater, hier ein Bild aus dem Jahr 2022, wird wieder bespielt. Foto: Uwe Hauth
Vom 22. Juni bis 31. August 2024 lädt die Kammeroper Schloss Rheinsberg zum Internationalen Festival junger Opernsänger*innen: Bei insgesamt 23 Opernaufführungen und Konzerten sind die Opernstars von morgen zu erleben – ebenso international etablierte Solisten wie Vivica Genaux und Dietrich Henschel sowie hochkarätige Klangkörper wie die Akademie für Alte Musik Berlin. Das abwechslungsreiche Programm unter dem Motto „Die Schatten Trojas“ zieren mehrere Musiktheaterproduktionen ebenso wie Operngala, Konzert- und Liederabende und Freiluftkino mit Livemusik.
Neben Schlosstheater und Schlosshof wird das beliebte Heckentheater wieder bespielt. Dies war im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Nun ist die Musikkultur Rheinsberg, die gemeinnützige GmbH hinter der Kammeroper, wieder wirtschaftlich gesund, erklärt Geschäftsführer Dirk Beenken. Der Festivalsommer ist Teil der Feierlichkeiten „250 Jahre Schlosstheater Rheinsberg“: Schirmherrin des Jubiläums, das bereits mit den Osterfestspielen 2024 eingeleitet wird, ist die Landtagspräsidentin Brandenburgs: Prof. Dr. Ulrike Liedtke.
Das Herzstück des Festivalsommers ist die Wiederaufnahme von Christoph Willibald Glucks Oper „Iphigenie in Aulis“ am 6. Juli im Heckentheater. Die Produktion feiert ihre Erstpremiere bei den kommenden Osterfestspielen im Schlosstheater und wird von Regisseur Georg Quander, dem künstlerischen Leiter der Kammeroper, open-air neu eingerichtet. Die Kostüme entwirft Julia Dietrich, die auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Zwei der Solopartien übernehmen international renommierte Sänger: der Bariton Dietrich Henschel sowie die Mezzospranistin Vivica Genaux. Dazu gesellen sich Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg aus vergangenen Jahrgängen: Mirjam Albano, Maximilian Vogler, Dashuai Jiao, Gergely Kereszturi und Nikolina Hrkać. Unter der Leitung von Werner Erhardt spielt Concerto Brandenburg; es singt der Kammerchor Chorisma Neuruppin. Der Dreiakter wird auf Deutsch gegeben.
Jedes Jahr ein Highlight: die Operngala der Kammeroper Schloss Rheinsberg – hier mit Preisträgerinnen und Preisträgern 2022. Foto: Uwe Hauth
Mit der traditionellen Operngala eröffnen Preisträgerinnen und Preisträger der Kammeroper Schloss Rheinsberg am 29. und 30. Juni sowie 1. Juli die diesjährige Festivalsaison; neun der ausgezeichneten jungen Opernsängerinnen und -sänger präsentieren sich im stimmungsvollen Rheinsberger Schlosshof erstmals dem Publikum der Kammeroper. Zusammen mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung des Wiener Dirigenten Azis Sadikovic singen sie große Arien und Ensembles aus dem klassischen Opernrepertoire von Mozart über Rossini, Bellini und Donizetti bis hin zu Verdi, Gounod und Bizet. Mit Carl Maria von Weber und Otto Nicolai ist das deutsche Repertoire vertreten, und eine Kostprobe aus der diesjährigen Opernpremiere „La Molinara“ ist gleichfalls zu erleben. Die Moderation übernimmt Frederik Hanssen, der Musikredakteur des Berliner Tagesspiegels.
Auf der Bühne zu erleben sind die Sopranistinnen Marta Fridriksdottir aus Island, Marija Grinevska aus Lettland, Nikolina Hrkać aus Bosnien-Herzegowina, Lena Ra aus Korea und Antonia Schuchardt aus Deutschland, die Mezzosoprane Anna Grycan aus Polen und Stella Jeung aus Korea sowie der Tenor Ido Beit-Halachmi aus Israel und der Bariton Georgios Sofialidis aus Griechenland: vielversprechende Nachwuchstalente aus aller Welt am Beginn ihrer Karriere. Einige von ihnen übernehmen auch Partien in der diesjährigen Opernproduktion von Giovanni Paisiellos „La Molinara“, die am 14. und 15. Juli in zwei Besetzungen Premiere feiert. Alle Preisträgerinnen und Preisträger haben sich im Internationalen Gesangswettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg für ihre Aufgaben qualifiziert. Betreut von erfahrenen Bühnenkünstlern arbeiten sie während der Kammeroper an ihren Partien, erweitern ihr Ausdrucksspektrum und gewinnen wertvolle Bühnenerfahrung.