Während sich Enten und Gänse mit lautem Geschnatter über das zurückgehende Eis auf dem Großen Priepertsee freuen und die schon freien Stellen bevölkern, hat Daniela Braumann für das Frühlingserwachen nur wenig Muße. Am 1. April eröffnet sie am schönsten Zipfel von Priepert ihr Café „Ankerplatz“ mit Laden und viel Möglichkeit zum Draußensitzen. Bis dahin bleibt noch jede Menge zu tun. Trotzdem ist die 55-Jährige gelassen. Immerhin hat sie im vergangenen Sommer an selber Stelle schon mit Pappgeschirr und zwei alten Tischen einen Probelauf hingelegt, der zu viel Hoffnung berechtigt. Oberste Rechercheaufgabe: Was wollen die Leute?
Am gestrigen Montagabend gegen 19.25 Uhr wurde der Polizei eine männliche Person in einem Einkaufszentrum in der Oststadt gemeldet, die dort Besucher anpöbeln solle. Eine Mitarbeiterin erkannte den Mann wieder und erklärte der Polizei, dass der Mann aus ähnlichen Gründen bereits ein Hausverbot für das Center hätte. Hierbei handelt es sich um einen 36-jährigen Deutschen. Als die Beamten vor Ort eintrafen, war der Mann nicht mehr da, jedoch verrichtete er zuvor noch seine Notdurft in der dortigen Tiefgarage. Es wurde eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet.
Am gestrigen Donnerstag kam es in Neubrandenburg zu einem Polizeieinsatz in einem Telekommunikationsgeschäft in der Turmstraße. Gegen 17.45 Uhr wurden die Kollegen des Polizeihauptreviers Neubrandenburg über einen Diebstahl von mehreren technischen Geräten informiert.
Demnach sollen bislang vier unbekannte männliche Tatverdächtige den Laden blitzartig betreten haben und mehrere Smartphones und eine Smartwatch aus den Halterungen gerissen haben. Anschließend flüchteten sie gemeinsam mit der Ware in Richtung Rathaus.
Ohne einen Gastrotipp sollen meine Leser auch an diesem Wochenende nicht bleiben. Zu preisen ist das „Wohnreif“ in Röbel, Pferdemarkt 12. Das schnucklige Bistro mit Laden „nordisch leben“ von Daniel Kattner und Dörte Sommerfeld gibt es nicht erst seit heute, nur sind wir immer wieder daran vorbeigelaufen und haben dadurch jede Menge versäumt. Das haben wir nun nachgeholt. Warum uns die Adresse endlich aufgefallen ist, weiß der Fuchs. Auf jeden Fall haben wir uns bei unserem Eintritt, freundlich begrüßt, sofort wohl gefühlt, und das hat sich in den folgenden 45 Minuten noch gesteigert.
Schon der Gang durch das Geschäft voller schöner Einrichtungsgegenstände tut gut. Geschmackvoller kann man Ware nicht präsentieren. Leider ist die Aufnahmekapazität unseres Eigenheims nach fast 30 Jahren darin wohnen bei aller Aufgeschlossenheit gegenüber skandinavischem Design so gut wie ausgereizt. Und man trennt sich ja so schwer von liebgewonnenen Dingen.
Aber auch vor dem „Wohnreif“-Tresen sitzen, mit der guten Seele dahinter plaudern, dem Geräusch der imponierenden Kaffeemaschine lauschen, ein Stück selbstgebackenen Kuchen auf einem dekorativen Brettchen mit dem leckeren Cappuccino serviert bekommen, das hat schon was. Ein Bier aus dem zur schicken Einrichtung passenden Kühlschrank ist zu haben, und jede Menge guter Wein. Bei schönem Wetter kann man sogar draußen vor der Schaufensterscheibe direkt am Bürgersteig urig sitzen. Daumen ganz hoch, wir kommen wieder, vielleicht zu einem der Tapas-Abende.
Gestern sind die Holde und meine Wenigkeit nach einer ganzen Weile mal wieder durch die Glambecker Straße in Neustrelitz mit ihren vielen schönen Häusern spaziert. Es hat sich auch gelohnt, weil uns sonst vielleicht noch längere Zeit der „Zweite Blick“ unter der Hausnummer 4 entgangen wäre. Zumindest bis zum Juni diesen Jahres. Dann will Michaela Seliga, die hier seit dem vergangenen Herbst ihren kleinen, feinen Second-Hand-Laden mit dem einprägsamen Namen betreibt, nämlich in die stärker frequentierte Strelitzer Straße umziehen. Womit der „Zweite Blick“ dann auch kein Geheimtipp mehr wäre.
Wir hatten mit der quirligen Händlerin, die zur Strelitzius-Lesergemeinde gehört, jedenfalls höchst angenehme zwanzig Minuten, was das mit tollen Antiquitäten aufgepeppte Ambiente des Geschäftes einschließt. Und meine bessere Hälfte hat hochbeglückt ein echtes Schätzchen erstanden, vom Schnäppchen ganz zu schweigen. Was mir verwehrt blieb, aber nur an der Konfektionsgröße scheiterte.
Es lohnt sich unbedingt, hier auf der Suche nach dem ultimativen Einzelstück eine Runde zu schnökern, wie der Norddeutsche sagt. Die Ladeninhaberin bietet zusätzlich einige einheimische Produkte an. Mit Sicherheit werden wir vor dem Adressenwechsel noch mal in der Glambecker Straße 4 vorbeischauen. Am 27. Januar ist dort übrigens Modenschau, siehe Anzeige unten. Für die Neueröffnung drücken wir schon jetzt die Daumen. Dazu hat Michaela Seliga Mode-Ikone Guido Maria Kretschmer eingeladen, dessen Shopping Queens ja auch hin und wieder auf Second Hand schwören. Vielleicht sagt er ja tatsächlich zu.