
Ich habe fünf Jahre lang ein Büstenhalter-Schlüpfer-Trauma mit mir herumgetragen. Bewusst geworden ist es mir erst jetzt. Da stand ich vor einem Männer-Parkplatz. Kein markiertes Revier, in dem ich meinen fahrbaren Untersatz platzieren konnte, sondern ein Rückzugsort für mich höchstselbst. Die erfreuliche Oase habe ich vor „Carolas Miederstübchen“ in der Neuruppiner Bilderbogenpassage entdeckt. Und plötzlich brach das verschüttet Geglaubte wieder auf.
Sommer 2014 – die Holde einschließlich meiner Wenigkeit in Hamburg beim damals noch auswärtigen Kind. Eigentlich war ich ja nur der Chauffeur hin zum Werksverkauf des Unterwäsche-Giganten Hunkemöller irgendwo in der Hansestadt in irgendeiner Lagerhalle. Völlig unvorbereitet, geriet ich mitten auf einen Kriegsschauplatz. Gefühlte 5000 Amazonen rangen um Schnäppchen für Busen und Unterleib. Ich hätte ja die Flucht ergriffen, war als lebender Kleiderständer aber unabkömmlich. Andere Kerle müssen da mehr Erfahrung mit solchen Verkaufsveranstaltungen haben. Mein Geschlecht war so gut wie nicht vertreten.
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