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Brandenburg, Festivalsommer, Kammeroper, Rheinsberg, Saisonbilanz

Mit zwei umjubelten Operettenabenden der Bundesakademie für junges Musiktheater ging am 30. und 31. August die diesjährige Saison der Kammeroper Schloss Rheinsberg zu Ende. Die Musikkultur Rheinsberg gGmbH zieht eine positive Bilanz. Rund 7500 Zuschauer erlebten die zahlreichen Veranstaltungen an den Spielstätten rund um das Rheinsberger Schloss: vier Musiktheater-Premieren mit insgesamt dreizehn Aufführungen, zwei Kinoabende und neun Konzerte – davon acht mit Preisträgerinnen und Preisträgern des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper aus 13 Nationen. Es war bereits die 34. Ausgabe des Brandenburgischen Festivals.
Prof. Georg Quander, der künstlerische Leiter des Festivals: „Das Programmangebot der diesjährigen Saison, das die Schatten des großen Trojanischen Krieges auszuleuchten versuchte, verlief künstlerisch sehr erfolgreich. Zahlreiche Aufführungen wurden vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert, und auch die nationale und internationale Presse bewertete Programmgestaltung und Qualität der Aufführungen als bemerkenswert hoch. Neben Glucks ‚Iphigenie in Aulis‘ im Heckentheater war es insbesondere die Wiederaufführung der Oper ‚Dido. Königin von Karthago‘ des einstigen Gluck-Kontrahenten Niccolò Piccinni, die überregionale Beachtung fand. Ein weiteres Highlight war die Koproduktion mit dem Opera Collective Ireland mit Purcells ‚Dido und Aeneas‘ und Blows ‚Venus und Adonis‘.“
Mit der renommierten Akademie für Alte Musik Berlin wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit aus dem vergangenen Jahr bei gleich zwei Produktionen fortgesetzt. Zahlreiche Klangkörper beteiligten sich am Programm unter dem Motto „Die Schatten Trojas“ und im Rahmen des 250-jährigen Geburtstags des Rheinsberger Schlosstheaters, darunter das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder), das Deutsche Kammerorchester Berlin, Concerto Brandenburg sowie der Kammerchor Chorisma Neuruppin und das Vokalsystem Berlin. Als Tanzensemble war die Berlin Ballet Company mit von der Partie.
Buchungen vom Wetter abhängig
Die Gesamtauslastung des Festivalsommers lag in diesem Jahr bei rund 62 Prozent, die Refinanzierungsquote bei rund 44 Prozent. Geschäftsführer Dirk H. Beenken konstatiert: „Unsere wirtschaftlichen Planziele konnten wir erreichen. Die große, unverlässliche Variable bleibt das Wetter, das zu einer immer größeren Herausforderung wird: Viele potentielle Besucher machen ihre sowieso schon kurzfristigen Buchungen von aktuellen Wetterprognosen abhängig. Bei gut besuchten Open-Air-Veranstaltungen haben wir rund ein Drittel der Karten erst in den etwa letzten fünf Tagen vor Aufführung verkauft. Sobald die Wettervorhersagen schlecht waren, sind die Ticketverkäufe im Prinzip stehen geblieben. Dennoch konnten alle Veranstaltungen regulär stattfinden – es gab zum Glück keine Ausfälle.“ Eine weitere Erkenntnis dieser Spielzeit war, dass auch Indoor-Veranstaltungen im Sommer gut funktionieren: Die Events im Schlosstheater waren fast alle bis zum Anschlag ausgelastet.
Gespielt wurde traditionsgemäß an zahlreichen Spielstätten rund um das Rheinsberger Schloss – auch im historischen Heckentheater, das im vergangenen Jahr nicht bespielt wurde und worüber sich insbesondere die zahlreichen langjährigen Stammkunden freuten. Möglich wurde die Bespielung des Heckentheaters durch die herausragende Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin sowie durch hauseigene Mittel.
Noch mehr Menschen erreichen
Durch die Kooperation mit der Niederbarnimer Eisenbahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg konnten Sonderzüge gestellt werden, was vielen Festspielbesuchern eine bequeme und umweltfreundlich Heimreise ermöglichte. Wie auch schon im vergangenen Jahr kam das Publikum zu jeweils einem Drittel aus der Region, Berlin und aus dem restlichen Bundesgebiet. Dirk Beenken: „Grundsätzlich wollen wir natürlich in der deutschen Festspiellandschaft relevanter werden – und mit unserem Gesangswettbewerb noch internationaler. Wir wollen aber auch noch mehr die Menschen in der Region erreichen und so unseren Beitrag zum Kulturland Brandenburg leisten. Die Arbeit unseres tollen Teams stimmt mich optimistisch, dass wir das in den nächsten Jahren ausbauen werden. Hier sehe ich gerade Kooperationen mit europäischen Partnern als großes Potenzial, das wir ausbauen wollen – z.B. auch in Richtung polnischer Partner. Nicht zuletzt erhoffen wir uns hier auch zusätzliche Fördertöpfe aus dem EU-Umfeld erschließen zu können.“
Die Höhepunkte des Programms der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2025 und der Osterfestspiele werden baldmöglichst hier im Blog kommuniziert und dann auch online zu finden sein unter www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de
