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Essen, Hotel&Restaurant "Zum Löwen", Mecklenburgische Kleinseenplatte, Strasen

Knapp drei Monate ist es her, dass ich an dieser Stelle über den Neustart im Restaurant „Zum Löwen“ in Strasen berichtet habe. Nun habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und mit der Holden im malerisch gelegenen Garten direkt an der Wasserkante zu Abend gegessen. Um mit dem Ergebnis gleich herauszurücken: Wir waren sehr angetan von dem, was wir da in den Gläsern und auf den Tellern hatten und haben Chef René Töllner dafür ein dickes Kompliment gemacht.
Der Mann versteht einfach was von der Kochkunst wie auch von Lebensmitteln. Abgesehen davon, dass er ja ausgewiesener Wild-Sommelier mit Seltenheitswert und Waidmann ist. Schlauer sind wir bei der Gelegenheit auch noch geworden und wissen jetzt, was ein Rumpsteak aus seiner Küche von dem unterscheidet, was Kollegen in anderen Häusern servieren lassen. Für Fleischfreunde: Kann man übrigens am Tisch nachlesen.
Eigentlich fing das Vergnügen ja schon vor dem Essen an. Während kleine und größere Wasserfahrzeuge die unmittelbar benachbarte Schleuse in beide Richtungen passierten und bei uns Zaungästen für Kurzweil sorgten, ließen sich meine bessere Hälfte einen gut gekühlten trockenen Chardonnay+Sauvignon Blanc und meine Wenigkeit vom Hahn ein unfiltriertes, naturtrübes Bier der Hausmarke schmecken. Da war die kleine Welt des Gastrokritikers schon vor dem ersten Bissen so was von in Ordnung.
Und dann wurde aufgetischt: Ein „Wildererfrühstück“ sollte auch abends munden, hatte ich mir gesagt, und damit goldrichtig gelegen. Drei kleine Damwildschnitzel in Haselnusspanade, dazu Johannesbeer-Dip, frische Wald- und Wiesenpilze, Bratkartoffeln und ein Salatbukett. Aber hallo, mehr kann man nicht erwarten! Zunge, Gaumen und Auge wurden gleichermaßen verwöhnt. Alles von umliegenden Wäldern, Wiesen und Feldern, darauf wird im „Löwen“ sehr viel Wert gelegt.
Dressing schmeckt auch pur
Die jeglichem Grünzeug zugeneigte Zierde meines Heimes dürfte in den Jahrzehnten unserer Ehe schon mehrere hundert Salate geordert haben. Ihre Mundwinkel nach mehreren Enttäuschungen endlich mal wieder nach oben getrieben hat die nicht minder attraktiv angerichtete „Große Salatvariation“ des Hauses mit gebratener Hähnchenbrust. Ist ja keine Schande, dass die Holde den Rest des gehaltvollen Hausdressings am Ende vor lauter Entzücken pur gelöffelt hat…
Unbedingt eine Würdigung gebührt noch dem vietnamesischen Servicepersonal. Es hat sich in der kurzen Zeit dank einfühlsamer Führung durch die Töllners bemerkenswert eingearbeitet. Fazit: Das Restaurant „Zum Löwen“ in Strasen steht der Kleinseenplatte gut zu Gesicht und darf sich wieder zu einer der führenden Gaststätten in der Region zählen. Ein Besuch lohnt zu jeder Jahreszeit, auch drinnen ist es einfach nur schön. Und das angegliederte Hotel steht dem nicht nach. Wir werden uns schon bald wieder der Speisekarte widmen, die ich hier anhänge. Da gibt es noch etliche Verlockungen.





Zu diesem Beitrag schreibt mir Anke Pollex aus Neustrelitz:
Sonntag waren wir zum Mittagessen dort, um unsere Silberhochzeit etwas zu feiern. Wir waren alle zufrieden sowohl mit dem Essen als auch mit dem Ambiente und dem Service. Ein Spaziergang durchs Dorf schloss sich an. Schade, dass das Pfarrhaus so verfällt, aber schön, dass die Kirche auf war. Früher war ich viel in Strasen. Wir hatten immer schöne Zeiten dort. Vielen Dank für Ihre Hinweise und Empfehlungen. Liebe Grüße
PS: Ihr Bericht zum Abend in der KOF mit Charly Hübner hat mir sehr gefallen. Es war ein interessanter Abend, gut wenn sich welche trauen, auch mal Kritik zu üben. Dank auch dafür!