Schlagwörter
Einzelbewerberin, Feldberger Seenlandschaft, Flender, Gemeindevertretung, Kommunalwahlen, Mecklenburg-Strelitz
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In unserer Gemeinde gab es in den vergangenen Wochen ein paar Anlässe, unseren Umgang miteinander bei unterschiedlichen Meinungen zu hinterfragen und zu überlegen, wie wir es gemeinsam besser machen können. Die Bürgermeisterin wirft im aktuellen März „Kiek Rin“ die Frage auf: „Wie entwickelt sich wieder ein gesellschaftliches Miteinander?“ Und zur Saisoneröffnung im Kurpark sagte sie, dass wir doch so mit dem anderen umgehen mögen, wie wir auch selbst gern behandelt werden möchten. Diese bewährte Umgangsform fällt uns aber im politischen Diskurs scheinbar zunehmend schwerer.
Gesellschaftliches Miteinander beginnt am Gartenzaun, über die Dorfstraße hinweg, beim Einkaufen oder an der Bushaltestelle, überall da, wo wir miteinander reden und Meinungen kundtun. Schwierig wird es, wenn die eine oder der andere denken, absolut recht zu haben mit der persönlichen Ansicht. Wenn man von der eigenen Meinung als der einzig richtigen ausgeht, ärgert man sich über Andersdenkende, grüßt nicht mehr oder schickt verletzende Nachrichten über Social Media. Dabei gibt es doch ein paar Grundregeln, die wir beachten können: zunächst einmal uns bewusst machen, dass unsere Meinungen genau das sind: Meinungen, und zwar ohne Anspruch auf Wahrheit und Richtigkeit. Vielmehr hat bei uns jeder ein Recht darauf, anders zu denken und das auch zu sagen und entsprechend zu handeln. Das nennt man Meinungsfreiheit. Wenn ich auch den Grund für eine andere Meinung nicht kenne, sollte ich sie doch respektieren. Ich kann ins Gespräch gehen und fragen, wie der andere zu seiner Meinung kommt. Hier braucht es mehr gegenseitige Wertschätzung und den Gedanken, dass der andere vielleicht etwas Wichtiges zu sagen hat. Wenn wir das verstehen, sind wir auch friedlicher im Umgang miteinander. Das täte allen Seiten gut.
Die Bildung runder Tische zu fachlichen Themen und Gesprächen darüber, wohin sich Feldberg in Zukunft entwickeln soll, ist eine andere Möglichkeit der Förderung des Miteinanders. Wir können zu Aufgaben wie der Kommunalen Wärmeplanung Diskussionsrunden organisieren, um neben den Kompetenzen der Verwaltungsmitarbeiterinnen auch die vielfältigen Ideen der Feldbergerinnen und der Menschen in den Dörfern einzusammeln. Bürgerinnen können mithelfen, Informationen, Beratungs- und Förderangebote zusammenzutragen. Gemeinsames Arbeiten macht Freude, schafft Verbindung und entwickelt Kraft. Daraus kann entstehen, was einer allein nicht zu leisten vermag. Hierzu passt der Gedanke zum Konsens: Er ist gut, wenn er sich aus der Diskussion aller Beteiligten ergibt. Ich finde, Rückversicherung mit dem, was die Bürgerinnen richtig und wichtig finden, sollte es auch nach einer Wahl immer wieder geben, um den gesellschaftlichen Willen vor wichtigen Entscheidungen der Kommune herauszufinden, denn Demokratie ist kein Selbstläufer, sie will erarbeitet werden.
Ganz sicher gibt es in der Feldberger Seenlandschaft Menschen, die die Partei zu wählen überlegen, die Deutschland aus der EU ausgrenzen, die Frauen wieder für viele Kinder an den Herd stellen, Deutschlands Grenzen dichtmachen und unser Land militärisch hoch aufrüsten will. Das ist im Wahlprogramm der AfD nachzulesen und eine reale Bedrohung unserer bestehenden Gesellschaftsordnung. Gefährlich ist, dass ein Teil der AfD-Wählerinnen sich nicht eingesteht, der rechtsextremen Gruppe zuzuarbeiten, die die Demokratie abschaffen will. Hier ist unsere gesamte demokratisch wählende Bevölkerung gefragt: wir sollten das politische Gespräch wagen, auch wenn uns mulmig zumute ist aufgrund der Nähe zueinander auf den Dörfern, aber: Nie wieder ist jetzt.
Demokratie zu leben, gibt ein starkes Wir-Gefühl. Das haben wir vor zwei Wochen auf dem Weidendamm gespürt bei der Kundgebung für Demokratie und Vielfalt, zu der 220 Menschen kamen. Wir haben großes Glück, in einem Land zu leben, in dem wir frei reden, schreiben, agieren können. In der Auseinandersetzung um politische Lösungen darf die Demokratie nur eins niemals tun: der Intoleranz extremer Gesinnungen, die die Demokratie abschaffen wollen, mit Toleranz zu begegnen. Hier ist die Grenze, an der wir ganz klar denken, sprechen und handeln müssen.
Ricarda Flender für Demokratie, Achtsamkeit und Transparenz
