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Familienzentrum, Frauen, Kommunalwahlen, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz

Ein voller Seminarraum im Familienzentrum zeugte dieser Tage vom großen Interesse von Neustrelitzer Frauen an der Kommunalpolitik. Anlass war die bevorstehende Kommunalwahl am 9. Juni und der gegenwärtige Anteil von 17 Prozent Frauen an den Mandaten der Neustrelitzer Stadtvertretung. Die Gleichstellungsbeauftragte Anne-Kathrin Utesch sieht hier Potential nach oben und formulierte ein Ziel der Veranstaltung darin Frauen zu bestärken, sich ebenfalls zur Wahl zu stellen. „Es ist wichtig, dass sich der Blickwinkel ändert, damit das Ehrenamt in der Kommunalpolitik attraktiver wird bzw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr in den Vordergrund kommt.“ 21 Frauen waren gekommen, um nähere Informationen zu erhalten, wie sich der Weg in die Stadtvertretung gestaltet und von dem Erfahrungswissen der anwesenden amtierenden und ehemaligen Stadtvertreterinnen zu hören.
Den Einstieg mit einem Input übernahm Elke Quandt, Gleichstellungsbeauftragte der Insel Usedom und Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Frauen in die Kommunalpolitik. Im Folgenden berichteten Kathlen Supke, Hannelore Raemisch, Stella Schüssler und Ingrid Sievers von ihren Eindrücken, erfolgreichen Projekten und von Faktoren, die ihnen den Einstieg in die Kommunalpolitik erleichtert haben. Allen Vieren war anzumerken, mit welcher Leidenschaft sie dabei sind und sie betonten, welcher Spaß und welche Wirksamkeit diese Aufgabe mit sich bringt. Ingrid Sievers hob hervor, dass Frau Kommunalpolitik wollen und diese von Herzen kommen muss. Sie ist aus ihrer Erfahrung heraus überzeugt: „Frauen können das. Frauen können auch Feuerwehr.“ Den Informationsteil komplettierten die Wahlleiterin Sylke Drobek und die Mitarbeiterin des Stadtvertretungsbüros Daniela Handl.
Die Fragen der interessierten Frauen drehten sich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, was den Kommunalpolitikerinnen Kraft gibt, auch in Durststrecken durchzuhalten und der zeitliche Umfang des Ehrenamtes. Zugleich wurde deutlich, dass die Frauen einen Impuls spüren, sich zu vernetzen, auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Emailadressen wurden ausgetauscht und eine Aufbruchsstimmung erlebt.
In der Abschlussrunde wurde deutlich, dass einige Frauen Hürden in der Vereinbarkeit von Mutter-Sein und politischem Amt sehen. Anja Bugenhagen, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises MSE, und Stella Schüssler betonten wie wichtig auch die Perspektive von jungen Müttern ist, um eine lebensweltorientierte Stadtpolitik zu betreiben. Stella Schüssler hielt ein flammendes Plädoyer für alle Frauen, sich nicht entmutigen zu lassen und den Anlass zu nutzen, Rahmenbedingungen von z.B. Sitzungsterminen neu zu gestalten.
Ein zweiter Termin der Fraueninformationsveranstaltung wird im Rathaussaal folgen, um vor Ort die reale Atmosphäre am Ort der Stadtvertretung zu erleben. Gleichstellungspolitik ist ein Marathon und kein Sprint. Die Veränderungen mögen in mancherlei Hinsicht dauern. Aber an diesem Abend mit diesen Frauen sind die ersten Schritte in Neustrelitz gegangen worden. Einen großen Dank von Kristina Ropenus, Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Neustrelitz, an das Familienzentrum Neustrelitz für die Kinderbetreuung vor Ort.
