Schlagwörter
Brücke, Eröffnung, Fleether Mühle, Mecklenburgische Kleinseenplatte, MSE20, Verkehr

Nach rund einjähriger Bauzeit ist die Brücke an der Fleether Mühle im Zuge der Kreisstraße MSE 20 heute Vormittag offiziell freigegeben worden. Torsten Fritz, Beigeordneter für Bau und Umwelt, bei der feierlichen Einweihung der neugebauten Überführung: „Es freut mich sehr, dass wir diese für den örtlichen und überörtlichen Verkehr so wichtige Verbindung wieder öffnen können.“
Die MSE 20 stellt eine Nord-Süd-Verbindung zwischen der B 122 in Canow und der B 198 in Mirow dar und erschließt in der strukturschwachen Region neben Wohnsiedlungen auch Gewerbebetriebe sowie land- und forstwirtschaftliche Flächen. Insbesondere durch den Tourismusverkehr werde die Bedeutung der Strecke in Zukunft wohl noch steigen, sagte Fritz. Er hob die gute Arbeit des Planungsbüros Schwesig aus Rostock und von Ost Bau aus Osterburg hervor. „Das Bauwerk kann sich sehen lassen.“ Bei den Anwohnern bedankte er sich für das Verständnis für die mit der Baumaßnahme verbundenen Unannehmlichkeiten.
Mirows Bürgermeister Henry Tesch schloss sich dem Dank an alle Beteiligten an. Die Kommune Mirow umfasse neben dem Stadtgebiet elf Dörfer und noch ein halbes Dutzend Wohnliegenschaften auf einer Fläche von rund 160 Quadratkilometern. Mit den neuen Brücken in Blankenförde (Strelitzius berichtete) und Fleether Mühle stünden zwei wichtige Einflugstore in die touristische Region wieder zur Verfügung. Ihre vorübergehende Schließung sei eine Herausforderung gewesen, die gemeistert worden ist. In Fleether Mühle habe die Stadt Fläche zur Verfügung gestellt und damit den Ausbau der Brücke und ihrer Nebenanlagen befördert. „Alles gut heute, wir freuen uns, beide Brücken eröffnet, und das vor Weihnachten, besser geht es nicht“, so Tesch.
Am alten Brückenbauwerk, einer Ein-Feld-Stahlbetonbrücke aus dem Jahr 1977, waren bei der letzten Prüfung 2019 erhebliche Schäden und Mängel festgestellt worden, die eine dauerhafte Erhaltung in Frage stellten: Damals waren neben Rissen in Betonteilen, einer teilweise freiliegenden Bewehrung und Korrosion auch eine Durchfeuchtung des Überbaus sowie Schäden an der Böschung festgestellt worden.
Das nun fertiggestellte Bauwerk wurde aus einer von vier möglichen Varianten nach den Gesichtspunkten Wirtschaftlichkeit, Funktion/Gestaltung, Dauerhaftigkeit und Konstruktion/ Bautechnologie ausgewählt. Die Entscheidung entfiel schließlich auf eine Bauart aus Stahlbetonfertigteilen, die im Hinblick auf Gestaltung und Baukosten die wirtschaftlichste Lösung darstellte.
Straßenbau Richtung Peetsch folgt im Frühjahr
Parallel zum Brückenneubau erfolgte der grundhafte Ausbau der Kreisstraße auf einer Länge von 220 Metern und einer Ausbaubreite von sechs Metern. Der grundhafte Ausbau der verbleibenden 540 Meter in Richtung Peetsch soll im Frühjahr 2024 erfolgen.
Um der umweltfachlichen Sensibilität der Baumaßnahme in Fleeth Rechnung zu tragen wurden neben der Einzahlung auf ein Ökokonto zum Erwerb von Flächenäquivalenten entlang der MSE 20 Winterlinden gepflanzt sowie Nistkästen für Wasseramsel und Gebirgsstelze an der Brücke angebracht. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt war in das Brückenprojekt involviert.
Die Gesamtbaukosten der Brücke inklusive des Straßenausbaus und aller Baunebenkosten betragen rund 1,8 Millionen Euro aus Mitteln des Landkreises. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte überprüft nach und nach alle seine Brücken hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit. Ende 2024/Anfang 2025 wird im Verlauf der MSE 20 noch die Überführung am Labussee zwischen Diemitzer Schleuse und Canow baulich in Angriff genommen.


