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dokumentART, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Programmkommission, Sichtung

Fast 1.000 Filme, sechs Expertinnen, unzählige Stunden vor der Leinwand: Für die Programmkommission der dokumentART beginnt jetzt die intensivste Phase der Festivalvorbereitung. In den kommenden Tagen entscheidet sich, welche Filme im Oktober beim Europäischen Filmfestival in Neubrandenburg zu sehen sein werden – und welcher Beitrag am Ende möglicherweise zu den Preisträgern zählt.
Die dokumentART findet vom 6. bis 11. Oktober 2026 zum 32. Mal in Neubrandenburg statt. Rund 1.000 Filme aus etwa 30 europäischen Ländern sowie zahlreichen internationalen Koproduktionskontexten wurden in diesem Jahr eingereicht. 45 Arbeiten werden schließlich für den Wettbewerb ausgewählt. Für die Programmkommission stehen vom 23. Mai bis zum 30. Mai konzentrierte Sichtungstage in Neubrandenburg, intensive Diskussionen und viele schwierige Entscheidungen an. Denn nicht nur technische Qualität oder aktuelle Themen spielen eine Rolle. Gesucht werden Filme mit einer eigenen Handschrift, überraschenden Perspektiven und einer besonderen filmischen Sprache.
Mitglieder der Programmkommission sind neben den beiden Festivalleiterinnen Magda Jaroszewicz und Lisa Siomicheva, Anna Bartholdy, Maksym Melnyk, Linn Löffler und Yun-hua Chen. Die Kommission vereint Erfahrungen aus internationaler Festivalarbeit, Dokumentarfilm, Kurzfilmkuratierung, Filmwissenschaft und kultureller Praxis.
Schwerpunkte zeichnen sich ab
Auch wenn die Sichtung erst beginnt, zeichnen sich bei den eingereichten Filmen bereits thematische Schwerpunkte ab. Starke Freundschaften und familiäre Beziehungen, chronische Erkrankungen und Mental Health, KI und neue Technologien im Filmemachen, Klima-, Natur- und Nachhaltigkeitsthemen sowie Fragen rund um Geschlechterrollen und (toxische) Männlichkeit prägen viele der diesjährigen Einreichungen. Besonders stark vertreten sind zudem Migrationserfahrungen und die Folgen von Krieg. Auch Protestkultur und gesellschaftlicher Wandel spielen in vielen Arbeiten eine zentrale Rolle, ist von Anna Bartholdy und Linn Löffler von der Programmkommission zu erfahren.
Die Entscheidungen, welcher Film es in den Wettbewerb schafft und welcher nicht, werden demokratisch getroffen, gleichzeitig besitzt jedes Mitglied aber auch ein Vetorecht. Filme, die innerhalb der Gruppe kontrovers diskutiert werden, schauen sich die Kommissionsmitglieder häufig mehrfach an. Sie interessieren Filme, die etwas auslösen, ergänzen Magda Jaroszewicz und Lisa Siomicheva. Die dokumentART lebe davon, gemeinsam Filme zu entdecken und anschließend darüber ins Gespräch zu kommen. Dieses besondere Erlebnis solle wir mit noch mehr Menschen aus Neubrandenburg, der Seenplatte und darüber hinaus geteilt werden.
Seit über 30 Jahren bringt die dokumentART internationale Filmkunst nach Neubrandenburg. Das Festival steht für sorgfältig kuratierte Programme, persönliche Begegnungen und eine offene Atmosphäre zwischen Publikum, Filmschaffenden und Gästen. Neben dem langjährigen Stammpublikum möchte das Festival künftig verstärkt auch neue Besucher:innen aus der Region ansprechen.
