Schlagwörter

, , , ,

„Als Nachbarn unerwünscht?“ Unter diesem Titel präsentieren die RAA-Geschichtswerkstatt zeitlupe und die Regionalbibliothek Neubrandenburg eine von der Künstlerin Anna-Friederike Pöschel und zeitlupe entwickelte Ausstellung zur Geschichte der Sinti & Roma in Mecklenburg-Vorpommern. Anlässlich des 30. Jahrestags des Gedenkens an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen, welches
durch rassistische Proteste von Anwohnerinnen gegen geflüchtete Romnja ausgelöst wurde, möchte die Ausstellung dazu anregen, über Mechanismen und Kontinuitäten von Ausgrenzung nachzudenken – und darüber, wie wir zusammen leben möchten. Die Ausstellung ist bewusst offen konzipiert, sie regt Passantinnen zum Innehalten und Nachdenken an und steht als Schaufensterausstellung für Interessierte jederzeit zur Verfügung.

Auf zwanzig Tafeln wird die Geschichte und Gegenwart der Sinti & Roma in Mecklenburg-Vorpommern thematisiert und darüber berichtet, wie systematische Ausgrenzung, der Völkermord an Sinti und Roma im Nationalsozialismus und das Schweigen darüber bis heute nachwirken. Bereits im Vorfeld hat die Neubrandenburger Künstlerin und Grafikdesignerin Anna-Friederike Pöschel, finanziert mit Mitteln der RAA – Bildung und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern e. V. und begleitet von einer Redaktion eine sehens- und lesenswerte Graphic Novel erstellt, die im Zentrum der Schaufensterausstellung steht. „Die Geschichte von Franz & Alex aus Satow“ erzählt von der wahren Geschichte der Ausgrenzung und der Ermordung der Kinder und ihrer Eltern durch die Nationalsozialisten.

Die Ausstellung enthält auch eine Arbeit der Künstlerin Ramona Seyfarth, die Installation „SINTI_NZ_42/43“. Seyfarth hat mit ihr eine Fotografie des Kaplans Kottmann aufgearbeitet, welche dieser vor der Verschleppung der Sinti-Kinder aus Neustrelitz nach Auschwitz im März 1943 gemacht hat.