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Es braucht keine große Phantasie, um sich vorzustellen, dass die Kurpromenade in Swinemünde schon bald bis zur Flussmündung in die Ostsee beidseitig bebaut ist. Die Straßenlaternen an der Uzdrowiskowa stehen bereits bis dahin, und wir rücken bei unseren regelmäßigen Kurzurlauben quartiermäßig immer noch ein Stück weiter nach Osten.

Diesmal haben wir im ApartPark Baltic Home bestens logiert. Dessen Randlage könnte in der Tat nur von kurzer Dauer sein, ein Stück weiter Richtung Leuchtturm haben wir schon wieder die ersten Planierraupen gesichtet. Der Bau-Boom ist ungebrochen, die Stadt zwischen Tradition und Moderne wird immer noch ein bisschen attraktiver. Auch an der Nahtstelle zwischen Kurpark und Kurviertel wird schon wieder geklotzt. Und an der nicht minder attraktiven Hafenseite dürfte ebenfalls noch nicht aller Tage Abend sein. Appartements, Gaststätten, Läden, Appartements, Appartements…

Unser jüngstes Domizil auf Zeit ist vor zwei Jahren eröffnet worden und ein echter Hingucker. Hier haben außen und innen Architekten und Bauleute gewaltet, die etwas von ihren Fachgebieten verstehen. Die schicke Anlage besteht aus den drei Häusern Albus, Rubus und Lividus. Rubus beherbergt das stylische Sofa-Café mit Bar, in dem uns ein tolles Frühstücks-Buffet aufgefahren wurde. Aber auch abends sitzt man hier durchaus akzeptabel.

Nur das Rauschen der Wellen zu hören

Das Lividus wartet neben der Rezeption mit einem kleinen Schwimmbad auf, einschließlich Whirlpool und Sauna. In diesem Haus haben wir residiert, man darf es schon so gehoben ausdrücken. Unser Appartement ohne Fehl und Tadel war mit bestens sortierter Küche ausgestattet, einem geräumigen Bad und einem ausladenden Balkon auf die Ostsee, die allerdings auch im dritten Stock des edlen Hauses noch kiefernverdeckt ist. Zumindest das Rauschen der Wellen war vom gerade mal 100 Meter entfernten Strand bei ansonsten himmlischer Stille aber zu hören. Selbst die kreischfreudigen Möwen schienen einen Bogen um das Lividus zu fliegen.

Im Gebäude gibt es zwei Tiefgaragen, auch drumherum werden ausreichend Stellplätze für die fahrbaren Untersätze der Gäste angeboten, darunter in Mini-Parkhäusern. Der Preis für die vier Tage Hotel in der Vorsaison, ebenso wie die Nachsaison wegen der geringeren Auslastung zu empfehlen, war sensationell niedrig. Nur Halbpension würden wir nicht wieder buchen. Nicht, dass uns das Abendessen mit Schinken, Käse, Suppe und Hauptgang nicht geschmeckt hätte. Aber Swinemünde bietet so unendlich viele ansprechende Restaurants, deren Küchen man eigentlich auch testen möchte.

Zum Stammlokal auf Zeit ernannt

Das war uns mangels eigenen Fassungsvermögens beispielsweise im niegelnagelneuen „Restaurant Mena“ an der Promenade nicht möglich. Trotzdem möchten wir es unbedingt anpreisen. Die Ausstattung eine Augenweide, das Essen auf den Nachbartischen nicht minder ansehnlich, der Service super und die Getränke überaus gepflegt. Wir sind hier gleich mehrfach eingekehrt, haben das „Mena“ bis auf Widerruf zum Stammlokal erhoben. Es offeriert unter anderem den besten Kaffee in Swinemünde, sagt die Holde, die auch den Riesling zu würdigen wusste. Ich bin ja eigentlich ein Fan polnischer Fassbiere. Aber der tschechische Cerny Kozel, also der schwarze Ziegenbock, der mir im „Mena“ gezapft wurde, war das Fremdtrinken wert. Dazu einen eiskalten Zubrowka, feines Gedeck. Zwei der ledernen Designerstühle irgendwie „mitzunehmen“ oder eine der abgefahrenen Lampen, konnte ich meiner besseren Hälfte gerade noch ausreden. Aber das nur nebenbei.

Fazit: Wir haben aufgehört unsere Besuche bei den gastfreundlichen Nachbarn auf Usedom zu zählen. Swinemünde, nur gut zwei Autostunden von Wesenberg entfernt, war auch diesmal die Reise wert. Kleiner Tipp noch für Schnellentschlossene: Die B 110 ist bei Kamminke direkt an der polnischen Grenze wegen einer Baustelle derzeit dicht. Also über Ahlbeck fahren.