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Es hat nicht sollen sein: Den Ball von Kevin Riechert holt der Schlussmann der Gäste noch von der Linie.

Die Oberligisten der TSG Neustrelitz haben ihr Heimspiel gegen den FC Mecklenburg Schwerin im Harbigstadion auf Kunstrasen heute Nachmittag mit 0:1 (0:0) verloren. Ein Flachschuss in die lange Ecke (68.) von Rafael da Silva Cruz besiegelte bereits das Schicksal der Gastgeber, die wieder unter schwerem Personalnotstand litten. Zuvor hatte TSG-Keeper Zlatan Kostal einen umstrittenen Foulelfmeter von Berg Pekgür parieren können (55.).

Glücklos: Elia Miro Friebe.

In der ersten Hälfte hatte es kaum erwähnenswerte Szenen gegeben, ein eher langweiliges Spiel weitgehend auf Augenhöhe. „Oh, wie es das schön, wieder mal im Stadion zu stehn“, sangen die gerade mal fünf Jungs vom TSG-Fanblock vor rund 150 Zuschauern, die dem 2Gplus-Standard entsprachen. Also, ich konnte zu dem Zeitpunkt den Gesang nicht nachvollziehen. Gute Noten in Sachen Offensive immerhin verdienten sich ein sehr präsenter Elia Miro Friebe, für den Neuzugang Przemyslaw Przysowa in der 65. Minute kam, und Artur Bednarczyk, der ebenfalls in der 65. Minute verletzungsbedingt durch Sebastian Jarosz ersetzt werden musste.

Immer wieder außen durch: Marcus Niemitz

Rückkehr aus den Kabinen im benachbarten Parkstadion: Nach dem Elfmeter der Weckruf für die TSG, die nun mehr Gas gibt. Trotzdem haben die Gäste fünf Minuten später noch einen Riesen, der Ball streicht knapp am langen Pfosten vorbei. Jetzt aber brandet Angriffswelle auf Angriffswelle in den Schweriner Strafraum. In der 70. Minute kann Mannschaftskapitän Kevin Riechert aus Nahdistanz nicht verwandeln, der Schweriner Torwart Gerome Gartz kratzt das Leder im Nachfassen von der Linie. Ich stehe direkt daneben, alles korrekt.

Immer wieder prescht der unermüdliche Marcus Niemitz durch und findet beispielsweise Mudai Watanabe und Sebastian Jarosz, aber die können den Ball nicht verwerten. Tino Schmunck ist immer häufiger vorn zu finden, auch seine Pässe in den Strafraum verpuffen. Und selbst Sekunden vor dem Abpfiff hätte Mudai Watanabe noch den Ball in die Maschen versenken können, schön wäre es gewesen… Den Schwerinern muss anerkannt werden, dass sie sich mit Gegenangriffen immer wieder Entlastung verschaffen konnten, auch wenn die nicht wirklich gefährlich ausgingen.

Mudai Watanabe hat sich nicht geschont, auch er hätte den Verlauf der Partie ändern können.

Trainer Dentz: Selbst schuld

Leicht angesäuert Coach Maximilian Dentz gegenüber Strelitzius: „Die Mannschaft mit den weitaus größeren Chancen geht hier als Verlierer vom Platz. Und das nach einem Heimspiel, wo zumindest ein Punkt möglich gewesen wäre. Wir sind selbst schuld.“

Kevin Riechert belässt es im Schlussgespräch mit mir nicht bei der simplen Formel, „wer keine Tore schießt, kann auch nicht gewinnen“. „Mit normaler Kapelle unsererseits hätte die Sache hier ganz anders ausgesehen, ohne die Leistung der Schweriner schmälen zu wollen. Aber wir kriechen personell auf dem Zahnfeisch. Das ist schon Wettbewerbsverzerrung. Nun haben sich heute auch noch Justus Guth und Artur Bednarczyk verletzt. Trotzdem müssen wir aufstehen. Kompliment an alle Mannschaftskameraden, die sich hier abrackern. Es ist eine eklige Phase, und da müssen wir irgendwie durch.“

Die TSG Neustrelitz bleibt nach dem heutigen Spieltag auf Platz 9 der Tabelle. Am kommenden Sonntag stehen die Residenzstadtkicker vor einer ganz schweren Aufgabe. Sie müssen beim Tabellenführer CFC Hertha 0 antreten. Wie heißt es so schön? Man soll ja nie nie sagen.

Tino Schmunck war in der zweiten Hälfte stark in der Offensive präsent.
Elfmeter-Killer Zlatan Kostal: Er konnte den Rückstand seiner Mannschaft nur um zehn Minuten hinausschieben.