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Als „Katastrophe für die gewerbliche Wirtschaft in der Kammerregion“, kritisiert Ralf Pfoth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, die vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg angekündigte Tonnagebegrenzung auf der Fürstenberger Havelbrücke im Zuge der Bundesstraße 96. „Mit dieser Maßnahme wird die wichtige Verkehrsader zwischen dem Großraum Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte für den Güterkraftverkehr gekappt“, bemängelt Ralf Pfoth.

Wie das Landesamt am 1. Februar mitteilte, soll auf der Schleusenbrücke Fürstenberg die Tonnage begrenzt werden. Angekündigt wurde, ein Verbot für Fahrzeuge mit mehr als 16 Tonnen Gesamtgewicht umzusetzen. Bereits im vergangenen Jahr habe es erste Hinweise auf Schäden an der Brücke gegeben. Über ein elektronisches Monitoringsystem habe man Schäden festgestellt, die nun ausgewertet sind. Die Ergebnisse machen es laut Landesbetrieb erforderlich, die Belastung zu senken, um die Befahrbarkeit der Brücke sicherzustellen.

Die vorgesehene Umleitung des Güterkraftverkehrs verursacht für die betroffenen Betriebe aus Sicht der Kammer aufgrund der längeren Fahrstrecke längere Fahrzeiten, höhere Kraftstoffverbräuche und Kosten. Außerdem muss der Umleitungsverkehr auf Straßen abgewickelt werden, die wegen ihres Zustandes eigentlich nicht dafür ausgelegt sind. „Aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft ist es daher besonders wichtig, dass die Sanierung der Brücke bzw. ein Ersatzneubau nun schnellstens und prioritär geplant und umgesetzt werden“, appelliert Ralf Pfoth.

Und er ergänzt: „Die schnellstmögliche Wiederherstellung der durchgängigen Befahrbarkeit der großräumigen Verbindungsachse B 96 für den Güterkraftverkehr ist für die Unternehmen entlang der Achse sowie die anliegenden Wirtschaftsstandorte dringend erforderlich.“ Ralf Pfoth weiter: „Die geplante weitläufige Umleitung des Verkehrs zeigt zudem einmal mehr die Notwendigkeit, nun endlich zukunftsorientierte Entscheidungen für den Ausbau der B 96 zu treffen und auch umzusetzen. Nach Jahren der Diskussion müssen die Planungen für die Ortsumgehung Fürstenberg/Havel und die weiteren Abschnitte der B 96 zwischen Oranienburg und der A 20 bei Neubrandenburg nun zügig abgeschlossen und mit dem Bau begonnen werden.“

IHK-Präsident: Schwächen vieler Brücken sind bekannt

Peter Heydenbluth, Präsident der IHK Potsdam: „Für die regionale Wirtschaft ist das eine böse Überraschung und stellt eine erhebliche Belastung dar. Deshalb muss alles daran gesetzt werden, die Auswirkungen für die Wirtschaft möglichst gering zu halten. Die finanziellen Schäden für die Unternehmen aufgrund der Brückensperrung und der damit verbundenen weiträumigen Umleitung sind erheblich. Eine schnelle Instandsetzung der Brücke für den Schwerlastverkehr darf daher nicht an verfügbaren finanziellen Mitteln scheitern.“

Die Schwächen vieler Brückenbauwerke im Land seien bekannt. Im Sinne der Unternehmen und Pendler müsse es das Ziel sein, die Verkehrsinfrastruktur funktionsfähig zu halten und rechtzeitig nötige Investitionen für den Erhalt und auch den Neubau durchzuführen. Kurzfristig anberaumte Sperrungen, langwierige Baustellen sowie damit einhergehende Einschränkungen müssten auf ein Minimum reduziert werden.