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Im Januar waren in der Seenplatte 950 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember, insgesamt 11.323. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,8 Prozent. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind das 1.315 Arbeitslose weniger.

„Vergleicht man die Entwicklung der Arbeitslosigkeit der Januarmonate der Vorjahre, fällt der Anstieg in diesem Jahr in der Seenplatte vergleichsweise gering aus“, sagte der Neubrandenburger Arbeitsagenturchef Thomas Besse af der monatlichen Pressekonferenz. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre – vor Corona – stieg die Arbeitslosigkeit im Januar um rund 1.350 Personen – zu Beginn dieses Jahres um 950.

„Das Ende des Weihnachtsgeschäfts im Dezember, Kündigungstermine zum Jahresende, das Ende einiger Ausbildungen sowie die Winterflaute zum Jahresbeginn bringen im Januar immer steigende Zahlen bei der Arbeitslosigkeit. Das ändert aber nichts daran: Der Arbeitsmarkt ist robust“, so Thomas Besse.

Betroffen von Arbeitslosigkeit waren insbesondere Männer. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Dezember um 566, während die Zahl der arbeitslosen Frauen um 384 anstieg. Für den Agenturchef liegen die Gründe auf der Hand: „Mehr Männer als Frauen arbeiten in Außenberufen. Diese Branchen entlassen im Winter besonders viele Arbeitskräfte.“

Zwar sei ein Einbruch am Arbeitsmarkt, wie er durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Frühjahr 2020 und 2021 stattgefunden hat, derzeit nicht zu erwarten, sagte Besse, doch die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt seien dennoch zu spüren: „In der Seenplatte sind mit 4932 Personen aktuell deutlich mehr Menschen langzeitarbeitslos, als im Januar 2020 (4.481) – also vor Corona“, sagte Besse. „Wir wissen, dass viele der länger als ein Jahr arbeitslosen Menschen, nicht über ausreichende Qualifikationen verfügen. Die Arbeitsagentur sowie die beiden Jobcenter im Landkreis gehen auf diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu und prüfen mit ihnen gemeinsam, mit welchen Qualifizierungen sie wieder Fuß am Arbeitsmarkt fassen können. Unser Ziel ist es, aktiv die berufliche Weiterbildung dieser Menschen zu fördern, bis hin zu vollwertigen beruflichen Abschlüssen.“

Fachkräftemangel bleibt Herausforderung

Die Unternehmen in der Seenplatte leiden trotz andauernder Corona-Pandemie immer stärker unter fehlenden Mitarbeitenden. „Unsere Herausforderung ist und bleibt der branchenübergreifende Fachkräftemangel“, sagt Besse. Beispielsweise zeigt sich dieses Bild: „Im Dezember waren 80 Arbeitslose auf 100 offene Stellen gemeldet. In der Metallerzeugung, -bearbeitung sowie im Metallbau bleibt eine offene Stelle im Schnitt 216 Tage vakant, bis sie besetzt werden kann.“

Der Agenturchef geht davon aus, „dass die Zahl der Arbeitslosen im Februar noch einmal ansteigen könnte, bevor dann die Frühjahrsbelebung den Arbeitsmarkt ankurbelt.“ Nach Einschätzung des Arbeitsagenturchefs sind die umfangreichen Kurzarbeiterregelungen, bei den Lohnkosten vom Bund finanziert werden, „der Rettungsanker während der andauernder Corona-Pandemie“.

Das Risiko, arbeitslos zu werden, hat sich durch das Kurzarbeitergeld verringert, konstatierte der Agenturchef. Das Risiko, arbeitslos zu bleiben, sei aber unter den Bedingungen der Pandemie gestiegen. Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit noch einmal deutlich höher. Bis Mitte Januar wurde für 1.131 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im August vergangenen Jahres 970 Mitarbeitende aus 250 Unternehmen in Kurzarbeit.