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Im vorletzten Vortrag der Reihe „Sophie Charlotte und ihre Zeitgenossinnen – Alltag zwischen Freud und Leid“ im 3 Königinnen Palais in Mirow geht es diesmal um die Freizeitvergnügungen des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. „Endless pleasure, endless love: Von Bällen, Freizeit und Vergnügungen“ heißt es am morgigen Freitag, den 25. Januar, bereits um 18 Uhr. meine Blogfreundinm die Neustrelitzer Historikerin Sandra Lembke, stimmt uns auch diesmal exklusiv auf ihren Vortrag ein.

Was uns heute das Fernsehen, Computerspiele oder das Volksfest sind, das waren unseren Vorfahren das Theater, der Spieltisch und der elegante Ball. Besonders die adligen Zeitgenossen von Königin Sophie Charlotte zeigten sich bestrebt, nur ja keine Langeweile aufkommen zu lassen. Pausenlos füllten sie ihre Tage mit Aktivitäten aller Art. Ihr Leben entsprach der Textzeile „Endless pleasure, endless love“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Semele“ – endloses Vergnügen und ständiger Genuss paarte sich mit endloser Liebe zu den schönen Dingen des Lebens. Und natürlich zum anderen Geschlecht, mit dem man all die Freuden der Unterhaltung gemeinsam erleben konnte.

In den Theatern des 18. Jahrhunderts schienen zudem die Standesgrenzen zwischen Adel und Volk fast aufgehoben – alle fieberten mit den berühmten Schauspielern und Sängern auf der Bühne mit und ergötzten sich entweder an derben Komödien oder den bekannten Stücken Shakespeares. Schon damals entwickelte sich um manche Bühnenkünstler ein regelrechter Starkult. Schauspieler, deren Berufsstand sonst eher als anrüchig galt, wurden plötzlich von den oberen Zehntausend hofiert und in adligen Kreisen gern empfangen. Auch Königin Sophie Charlotte und ihr Gatte George III. zeigten keine Berührungsängste und waren mit Bühnengrößen wie Sarah Siddons oder Dora Jordan persönlich bekannt. Eine der beiden Damen sollte auch innerhalb der königlichen Familie eine gewichtige Rolle spielen und sogar zu einer direkten Vorfahrin des ehemaligen britischen Premierministers David Cameron avancieren.

Oberschicht verspielt ganze Paläste

Einige Freizeitaktivitäten konnten sich nur gut betuchte Bürger leisten. In Wirtshäusern würfelte das Volk vielleicht um einige Münzen, aber die Oberschicht gewann oder verlor am Kartentisch ganze Vermögen oder Paläste. Während der brave Bürger auf sein rustikales Tanzvergnügen im Dorfgasthaus schwor, bei dem das Bier in Strömen floss, ergingen sich die Damen und Herren der feinen Gesellschaft bei Punsch und erlesenen Delikatessen auf vornehmen Bällen. Hier konnte jeder zeigen, was er jahrelang mühsam bei seinem Tanzmeister erlernt hatte und zugleich Ausschau nach dem Partner fürs Leben halten. Denn ein Ball diente oftmals in erster Linie der Präsentation der heiratsfähigen Töchter und Söhne, die sich durch graziöse Bewegungen und freundliche Konversation empfehlen mussten. Ansonsten frönten Sophie Charlottes Zeitgenossen Freizeitaktivitäten, die unseren heutigen gar nicht so unähnlich sind – um welche es sich handelt, wird jedoch erst im Vortrag verraten!