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Das beliebte Ausflugsziel Müritzeum in Waren bleibt aufgrund von Bauarbeiten noch bis einschließlich Freitag geschlossen. Doch wer nun denkt, dass der Großteil der Mitarbeiter Urlaub hatte, der irrt. Marketingfrau Karin Franz hat Fotos geschickt, die einerseits zeigen, wie kräftig überall im und am Haus gewerkelt wurde. Andererseits wurden im Haus der Sammlungen und im Museumsgarten jeden Tag alternativ Projekte und Führungen angeboten. Für viele Schulklassen hieß es einmal Eiszeit und zurück.

Das Eiszeit-Projekt ist ein Renner, da waren sich die Schüler einig. Im Sandbereich des Spielplatzes war körperlicher Einsatz gefragt bei dem Nachstellen der Gletschervorstöße. Spätestens jetzt wissen die Schüler, was zur glazialen Serie gehört und warum die Mecklenburgische Seenplatte auch das Land der 1000 Seen heißt. Welche Tiere damals lebten und wie der Mensch sie nutzte, erfuhren die Kinder im Ausstellungsbereich im Haus der Sammlungen. Wie schwer es die Menschen zur Eiszeit hatten, erfuhren die Schüler beim Getreidemahlen mit Reibplatte und Reibestein. Die Mühe wurde am Ende mit einem Steinzeit-Müsli für alle an der Feuerschale belohnt.

Mit anderen Gruppen waren die Mitarbeiter der Umweltbildung zu Führungen im Garten und im Haus der Sammlung unterwegs. Das Wetter spielte freundlich mit und die Entdeckung der vielen Frühjahrsblüher sowie die Beobachtung der Wasservögel und der Lachmöwen beim Nestbau auf dem Herrensee wurden zu wirklichen Naturerlebnissen.

270-Grad-Projektion entführt Besucher

Wenn am Sonnabend um 10 Uhr das Haus der 1000 Seen wieder eröffnet wird, sind viele Meter neue Datenkabel verlegt, Wände mit spezieller Präsentationsfarbe gemalert und neue Technik eingebaut worden. Eine 270-Grad-Projektion entführt den Besucher im Forum des Müritzeums in die Naturwelt des 1000-Seen-Landes. In brillanter Foto- und Filmqualität wird zukünftig eine Reise durch die Jahreszeiten möglich sein. Stimmungsvolle Bilder von Sandra Bartocha holen den Besucher aus dem Alltag in die Natur.

Doch nicht nur im Forum macht neue Technik Natur besser erlebbar. Im Ballonraum schwebt man nun wirklich mit einem Heißluftballon über dem Land der 1000 Seen. Die Umstellung auf ein neues Kassensystem wurde aufgrund des umfangreichen Einarbeitungsprogramms ebenfalls in diesen zwölf Tagen Schließung vorgenommen. Neue Regelungen im Zahlungsverkehr machten die Erneuerung der Software und die Umrüstung der Hardware und umfangreiche Schulungen des Personals notwendig. Auch die beliebte Bootsstation wurde in der Zeit gewartet und die großen Fensterflächen gründlich gereinigt. Vor allem am Erker werden aber sicher die freundlichen Hinterlassenschaften der Lachmöwen bald wieder zu sehen sein.

Riesenwels ist umgezogen und wartet auf Goldenen Hecht

Fotos: Müritzeum

Ein alter Bekannter begrüßt die Besucher von nun an am neuen Platz im Aquarium. Das beachtliche Exemplar eines Welses war bereits im Müritz-Aquarium und dann im Foyer des Müritzeums zu sehen. Der 2,23 Meter große Fisch wurde direkt nach seinem Fang im Hinbergsee im Oktober 1984 vom Präparator Herrn Seemann am Müritz-Museum für eine Dokumentarplastik abgeformt. Nun hat der Wels im Aquariumsbereich einen festen Platz gefunden und wartet dort auf einen ebenso imposanten Vertreter der heimischen Raubfische – den im November 2016 im Müritzeum verstorbenen Goldenen Hecht (Strelitzius berichtete).