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Während sich Bürgerinitiativen immer noch der vermeintlichen Illusion hingeben, die Theaterreform hin zum ungeliebten sogenannten Staatstheater Nordost könnte doch noch zurückgedreht werden (Strelitzius berichtete), sitzen Arbeitgeber und Künstlergewerkschaften bereits zu Verhandlungen über einen Fusionstarifvertrag für die Beschäftigten der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG) und des Theaters Vorpommern am Tisch. Beziehungsweise, sie saßen, denn die Verhandlungen sind am Donnerstag ausgesetzt worden, wie die Gewerkschaften mitteilen.
„Die aktuellen Forderungen der Arbeitgeberseite sind inakzeptabel. Auf dieser Grundlage sahen sich die Künstlergewerkschaften DOV, GDBA und VDO gezwungen, die Verhandlung zu unterbrechen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Arbeitgeberseite und maßgeblich das Land forderten trotz der schmerzhaften Fusion auch noch eine Herabstufung aller künstlerischen Beschäftigten. Durch die Fusion zum Staatstheater Nordost entstehe ein Orchester mit zunächst über 120 Musikern, das ordnungsgemäß in die höchste Tarifgruppe A einzustufen wäre, nach dem Willen des Landes jedoch der niedrigeren Tarifgruppe B angehören soll. Das Orchester Vorpommern gehört gegenwärtig zur mittleren Tarifgruppe B/F. Bei einer Herabstufung würden nicht nur das Gehalt der Musiker sinken, sondern auch die Gagen des Chores. Auch die übrigen Berufsgruppen wie Solisten, Tänzer und künstlerische Bühnentechniker sollten nach der Fusion weit unterhalb der Fläche bezahlt werden.
„Wir erwarten umgehend ein wirklich ernst zu nehmendes Angebot, über das es sich zu reden lohnt“, sagt Martin Majewski von der DOV, der für die Musiker die Verhandlungen führt. „Eine Herabstufung der Beschäftigten wird es mit den Gewerkschaften nicht geben.“ Gerrit Wedel von der Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) ergänzt: „Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich mit der Fusion, weil die Beschäftigten zukünftig regelmäßig zwischen fünf festen Spielstätten pendeln müssen. Vom südlichsten Spielort Neustrelitz bis zum Theater Putbus beträgt die Entfernung beispielsweise 160 km. Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten immer mehr leisten sollen, während ihre Bezahlung langfristig abgewertet wird.“
Sabine Nolde von der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) sagt: „Seit vielen Jahren wird an den Theatern untertariflich gezahlt. Das Land macht Tariferhöhungen in den einzelnen Sparten vom jeweiligen Personalabbau abhängig. Mit Gleichbehandlung hat das nichts zu tun. Dabei bleibt völlig offen, wann endlich Flächentarif bezahlt wird. Das ist eine Zumutung.“

Mir ist in der letzten Zeit schon öfter aufgefallen, dass Bürgerinitiativen gern mal den Ereignissen etwas hinterherhinken. Sprich: Sich für bestimmte Ziele einsetzen, deren eigentliche Entscheidungsprozesse weit zurück liegen, dort aber des Bürgers Mitwirkung warteten, diese dort aber nicht passierte. Aber einfach nur an einer Zielfindung mitarbeiten ist natürlich nicht so prestigeträchtig, wie sich hinterher, wenn alles Messen gesungen sind, darüber aufzuregen, dass etwas – zumindest aus Sicht der jeweiligen BI – falsch läuft. Meist wird dann noch an Stellen protestiert, die mit der Sachlage auch nicht mal was zu tun haben. Schade, dass so viel bürgerliches Engagement einfach so verpufft.
Werter Vorredner, mich würde sehr interessieren, auf welche konkreten Ereignisse sie im Falle der Fusions-Diskussionen Bezug nehmen! Wann wurde die Mitwirkung an Entscheidungen durch die Bürger nicht wahrgenommen? Wem geht es um Prestige, nicht um die Sache?
Meine Gedanken waren allgemeinerer Natur, angeregt durch den ersten Satz des obigen Artikels, mangels genauer Detailkenntnisse aber ohne direkten Bezug darauf.