Die Lautten Compagney Berlin in kleiner Besetzung. Foto: Ludwig Ohla
Ein Meisterwerk feiert in Rheinsberg seine Renaissance: Am Gründonnerstag, 17. April, wird Carl Heinrich Grauns Passionsoratorium „Der Tod Jesu“ in der Rheinsberger St. Laurentius Kirche aufgeführt (Beginn 19 Uhr). Das Werk stand in der zweiten Hälfte des 18. sowie im 19. Jahrhundert nahezu ununterbrochen zur Osterzeit auf den Programmen renommierter Konzert- und Chorvereinigungen, bevor es von den damals wiederentdeckten Passionen Johann Sebastian Bachs verdrängt wurde. Nun ermöglicht die Rheinsberger Wiederaufführung eine spannende Neuentdeckung des bewegenden Werks. Das Oratorium wurde 1755 in Berlin uraufgeführt und entstand auf Initiative der jüngsten Schwester Friedrichs des Großen, Anna Amalie.
Heute Vormittag war es so weit: Mit der sogenannten Konzeptionsprobe im Schlosstheater Rheinsberg fiel der Startschuss für die Neuproduktion von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Der königliche Hirte“. Professor Georg Quander, künstlerischer Leiter der Musikkultur Rheinsberg und somit der Osterfestspiele der Kammeroper Schloss Rheinsberg, und Geschäftsführer Dirk H. Beenken begrüßten das internationale Solistenensemble sowie das künstlerische Leitungsteam.
Zwei Liebespaare – Eridon und Amine sowie Egle und Lamon – scheinen glücklich zu sein! Doch die Liebe hat bekanntlich eine nervige, kleine Schwester: Eifersucht! Und die bringt die schöne Schäferleben-Idylle in Goethes „Die Laune des Verliebten“ gehörig ins Wanken. Mit scharfsinnigen Dialogen und humorvollen Wendungen beleuchtet der große deutsche Dichter auf tiefgründige Weise die Höhen und Tiefen der Liebe. Das äußerst selten aufgeführte Juwel deutschsprachiger Theatergeschichte wird im Rahmen der Osterfestspiele Schloss Rheinsberg am Karsamstag, 19. April, um 19 Uhr im Schlosstheater Rheinsberg in einer exklusiven Neuproduktion aufgeführt.
Die Osterfestspiele Schloss Rheinsberg gehen in ihre fünfte Ausgabe: Vom 17. bis 21. April 2025 steht unter dem Motto „Der Traum von Arkadien“ die Idealisierung des Schäferlebens in Kunst und Musik während der Aufklärung im Fokus. In unterschiedlichen Formaten – Musiktheater, Schauspiel und Konzert – beleuchten nationale und internationale Künstler sowie etablierte Ensembles die sogenannte Pastorale als Sehnsuchtsort. Das Festival der Musikkultur Rheinsberg gGmbH unter der künstlerischen Leitung von Prof. Georg Quander setzt seine programmatische Linie, den ehemaligen Musenhof der beiden preußischen Prinzen Friedrich und Heinrich in zeitgenössischen Interpretationen von Oper, Schauspiel und Konzert im Norden Brandenburgs wieder aufleben zu lassen, fort.
Das Kernteam bei der Konzeptionsprobe: von links vordere Reihe Dietrich Henschel, Vivica Genaux, Miriam Albano, Werner Ehrhardt, hintere Reihe Dashuai Jiao, Gergely Kereszturi, Georg Quander, Maximilian Vogler. Foto: Musikkultur Rheinsberg (MKR)
Am heutigen Montagvormittag war es so weit: Mit der sogenannten Konzeptionsprobe fiel im Schlosstheater Rheinsberg der Startschuss für die Neuproduktion von Christoph Willibald Glucks Oper „Iphigenie in Aulis“. Prof. Georg Quander, Regisseur der Inszenierung und künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Schloss Rheinsberg, begrüßte das internationale Solistenensemble und präsentierte den Plan für die kommenden Wochen. Dabei stand auch die Vorstellung des künstlerischen Konzeptes auf der Agenda, das Quander gemeinsam mit Bühnen- und Kostümbildnerin Julia Dietrich erarbeitet hat.
Gleich im Anschluss begannen die szenischen Proben. Die Gewerke Kostüm und Maske haben ihre Arbeit im Kavalierhaus bereits Anfang März aufgenommen. Premiere ist am Karfreitag, 29. März, um 19 Uhr; am Ostersonntag, 31. März, um 16 Uhr, folgt die zweite Vorstellung.
Das Rheinsberger Schlosstheater wird 250 Jahre alt: Die Osterfestspiele Schloss Rheinsberg feiern unter dem Motto „Das Theater des Prinzen Heinrich“ vom 27. März bis 1. April 2024 das Jubiläum mit einem Programm, das dem Eröffnungsjahr und dem Erbe des Hauses nachspürt. 1774 von Prinz Heinrich von Preußen eröffnet, war das Schlosstheater das Herzstück seines legendären Musenhofes. Anknüpfend an diese Tradition, sind bei den Festspielen Oper, Lesung und Konzerte zu erleben; thematische Schlossführungen, Osterspaziergang und eine historische Sonderausstellung ergänzen das inspirierende Osterprogramm in Nordbrandenburg. Schirmherrin des Jubiläums, das mit den Osterfestspielen eingeleitet und mit dem Sommerfestival Kammeroper Schloss Rheinsberg thematisch zum Teil fortgeführt wird, ist die Landtagspräsidenten Brandenburgs Prof. Dr. Ulrike Liedtke.
Mit Christoph Willibald Glucks „Iphigenie in Aulis“ zeigen die Osterfestspiele am 29. und 31.3. die Neuproduktion eines Werkes, das im Eröffnungsjahr des Schlosstheaters in Paris zur Uraufführung kam und sodann seinen Weg nach Rheinsberg fand: Prinz Heinrich schätzte Glucks musikalisch-revolutionäre Bestrebungen und ließ zahlreiche Gluck-Opern im Rheinsberger Schlosstheater aufführen.
Renommierte und aufstrebende Künstler
Die Besetzung zu Ostern 2024 vereint international renommierte Solisten mit aufstrebenden Nachwuchskünstlern: Die Titelpartie übernimmt die venezianische Sängerin Miriam Albano, Bariton Dietrich Henschel gibt die Rolle des Agamemnon, dessen Gattin Klytämnestra ist die Mezzosopranistin Vivica Genaux. Dashuai Jiao, Gergely Kereszturi und Nikolina Hrkać komplettieren das Ensemble; in der Rolle des Achilles kehrt Tenor Maximilian Vogler nach Rheinsberg zurück. Mit dem Kammerchor Chorisma Neuruppin wird die erfolgreiche Zusammenarbeit aus dem letzten Jahr bei Carl Heinrich Grauns “Silla” fortgesetzt. Unter der Leitung von Werner Ehrhardt musiziert Concerto Brandenburg. Regie führt Georg Quander, der Künstlerische Leiter der Osterfestspiele sowie der Kammeroper Schloss Rheinsberg, während sich für die Ausstattung Julia Dietrich verantwortlich zeichnet. Die Aufführungen finden in deutscher Sprache statt.
„Iphigenie in Aulis“ handelt vom Beginn des trojanischen Krieges: König Agamemnon soll seine Tochter Iphigenie opfern – erst dann wird der Wind die griechische Kriegsflotte übers Meer nach Troja tragen. Folgt er dem Gebot der Götter oder siegt die Liebe zum Kinde? Will er ein guter Vater oder ein ruhmreicher Kriegsherr sein? Die Inszenierung ist Auftakt zu einem Troja-Zyklus, der im Sommer bei der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2024 fortgesetzt werden soll.
Die Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen des Rheinsberger Schlosstheaters beginnen mit dem Festvortrag „Das Theater des Prinzen Heinrich“ (27.3.) der Schirmherrin des Jubiläums: Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke ist ehemalige Geschäftsführerin der Musikakademie Rheinsberg und als promovierte Musikwissenschaftlerin eine echte Rheinsberg- und Prinz Heinrich-Expertin.
Mit »Casina« und »Eunuchus«, Römische Komödien von Plautus und Terenz am 30. 3., werden zwei Raritäten der Dramenliteratur erneut zum Leben erweckt. Die Dichter Plautus und Terenz zieren die Fassade des Schlosstheaters und dürfen so als von Prinz Heinrich auserkorene Widmungsträger des Hauses beim Jubiläum nicht fehlen. Merten Schroedter richtet die szenische Lesung ein – mit dabei sind außerdem die Schauspieler Eva Brunner, Silke Buchholz und Josip Culjak. In der musikalisch-literarischen Matinee (1.4.) zum Ostermontag erlebt das Publikum das Schlosstheater-Eröffnungsjahr im Spiegel von Literatur und Musik: Texte von Goethe, Rousseau, Voltaire u.a. treffen auf Klaviersonaten von Mozart, die allesamt 1774 entstanden sind. Die koreanische Pianistin Hansol Cho begleitet musikalisch sowohl die Matinee als auch den Festvortrag.
Zur österlichen Einstimmung erwartet die Besucher am Abend des Gründonnerstags, 28.3., in der Rheinsberger St. Laurentius Kirche ein Konzert der Rheinsberger Hofkapelle „DAS KOLORIT“: Der Passionschoral „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ steht dann thematisch im Mittelpunkt der gespielten Werke von Johann Pachelbel und Dietrich Buxtehudes „Membra Jesu nostri“. Es singen Preisträgerinnen und Preisträger des internationalen Gesangswettbewerbs Kammeroper Schloss Rheinsberg. Zusätzlich findet im Rahmen des Jubiläums die Sonderausstellung „Bühnenzauber und Theaterdonner“ statt: Bei der Vorführung einer barocken Modellbühne können Besucher erleben, was es für technische und inszenatorische Möglichkeiten im Theater zu Prinz Heinrichs Zeiten gab.