Eine Lesung mit Carsten Gansel aus seinem im Reclamverlag erschienen Buch „Ausradiert, Wie die Literatur der DDR verschwand“ findet am 25. September um 19 Uhr im Haus des Gastes in der Strelitzer Str. 42 in Feldberg statt.
Die Mecklenburgische Literaturgesellschaft beteiligt sich wie in den vergangenen Jahren am Neubrandenburger Bücherfrühling und lädt herzlich zu Montag, 26. Mai, um 19 in die Regionalbibliothek ein. Zu hören sein werden frühe Texte von Brigitte Reimann (1933 – 1973), die unter dem Titel »Katja – Erzählungen über Frauen« jüngst in Buchform erschienen sind.
Die Lesung mit der Schauspielerin Rika Weniger und das Gespräch mit Herausgeber Carsten Gansel versprechen tiefe Einblicke in die Schreibmotivation der bedeutenden Schriftstellerin, die ihre letzten Lebensjahre in Neubrandenburg verbrachte.
Was für ein glücklicher Umstand für den Feldberger Kulturverein! Nach der Lesung seiner Brigitte-Reimann-Biografie stellt der Literaturwissenschaftler und Buchautor Carsten Gansel am 6. September um 19 Uhr im Haus des Gastes in Feldberg das in seinem Okapi Verlag publizierte Buch „Meine Fensterplätze“ von Gitta Lindemann vor. Wie vor zwei Jahren, als es um das Buch ihres Mannes Werner Lindemann „Beichte“ ging, wird die Autorin lesen, nunmehr eigene Kurzprosa, Tagebuchaufzeichnungen und Notate, die der Verleger fein aufgemacht und sorgfältig ediert 2023 herausbrachte. Der Eintritt ist frei.
Gitta Lindemann hat neben ihrer journalistischen Tätigkeit für den Rundfunk immer schon geschrieben. Es geht um ihr Leben zu DDR-Zeiten und vor allem in der Wendezeit: Was ihr passierte, wie es ihr erging. Für sie ein Sturz aus einem „Elfenbeinturm“: In der Drispether Künstlerenklave von Schriftstellern und Malern umgeben, auf einem idyllisch gelegenen Bauernhof inmitten von der LPG bestellten Feldern, mit ihrer Familie, sie freischaffend für ihren Sender tätig, ihr Mann ein gefragter Schriftsteller und Vorleser in Schulen und Bibliotheken.
Prof. Dr. Carsten Gansel erhält den mit 2.500 Euro dotierten „Annalise-Wagner-Preis 2024“ für sein biografisches Sachbuch „Ich bin so gierig nach Leben: Brigitte Reimann, die Biographie“, das 2023 im Aufbau-Verlag erschien. „Der Gewinn für die Leser besteht nicht zuletzt darin, mit seinen Schilderungen Brigitte Reimanns faszinierende Persönlichkeit in den Kämpfen ihrer Zeit einsehbar zu machen.“ Die Jury wählte Gansels Werk aus 68 Einreichungen aus.
In der Jury-Begründung heißt es weiter: „Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933 – 1973) zählt zu den faszinierendsten Künstler-persönlichkeiten der DDR. Ihr unangepasstes Leben und ihre literarischen Werke beschäftigen noch heute eine zahlreiche Leserschaft. Sie wird gerade international neu entdeckt. Der Neubrandenburger Literaturwissenschaftler Carsten Gansel hat die erste umfassende wissenschaftliche Biographie zur Autorin vorgelegt. Er bewertet ihr modernes Leben und Schaffen aus der intimem Kenntnis der Brüche der Epoche und ihrer literarischen Reflexion neu.
Dabei erschließt er unbekanntes Material zu Reimanns Herkunft und Schulzeit, ihren literarischen Anfängen und vielen maßgeblichen Wegpunkten ihres Lebens. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Leben und dem Schaffen der Autorin trägt dort reife Früchte, wo Carsten Gansel mit Zeitzeugengesprächen und recherchierten Archivalien die politischen und kulturpolitischen Auseinandersetzungen in Brigitte Reimanns Lebenszeit bildhaft und profund nachzuvollziehen versteht.
Carsten Gansels Suchbewegung geht gleichermaßen in die Breite wie in die Tiefe, wenn er die Konflikte um Literatur und Gesellschaft parallel detailliert schildert. Der Gewinn für die Leser besteht nicht zuletzt darin, mit seinen Schilderungen Brigitte Reimanns faszinierende Persönlichkeit in den Kämpfen ihrer Zeit einsehbar zu machen. Ohne die beobachtende Distanz des Literaturwissenschaftlers zu verlassen, kommt Carsten Gansel der Autorin Brigitte Reimann dabei sehr nahe.“
Am Freitag, den 31. Mai, um 19 Uhr, wird Carsten Gansel im Haus des Gastes in Feldberg sein Buch „Ich bin so gierig nach Leben“ über das Leben und das Werk Brigitte Reimanns vorstellen. Der Kulturverein Feldberger Land e.V. und die Hans-Fallada-Bibliothek laden dazu herzlich ein.
Wie aktuell wirkt aus heutiger Sicht dieses unangepasste Leben einer Schriftstellerin, die vielen als Femme fatale galt, vor allem aber eine moderne, selbstbestimmte Frau und vielseitige Autorin war. Während ihre Ehen nicht glücklich endeten, hielt sie auch in schwierigsten Lebensphasen an ihrer schriftstellerischen Arbeit fest. Sie engagierte sich politisch und blieb sich doch stets treu, gemäß dem Grundsatz: „Nur nicht schweigen, nur nicht schweigend Falsches mit ansehen, und dadurch es billigen.“
Diese Biographie liefert auf der Basis von bislang unbekanntem Archivmaterial, erstmals ausgewerteten Texten und zahlreichen Interviews einen neuen Blick auf das Leben Brigitte Reimanns. Es handelt sich somit um eine Neuentdeckung ihres komplexen Werks. Carsten Gansel, Professor am Institut für Germanistik der Universität Gießen, ist u.a. Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft sowie auch der Christa-Wolf-Gesellschaft. Er forscht zur deutschen Literatur des 19. bis 21. Jahrhunderts. Zu seinen Forschungsfeldern gehört nicht zuletzt die Literatur der DDR. Seine Reimann-Biographie wurde 2023 auf Anhieb zum SPIEGEL-Bestseller.