Die Annalise-Wagner-Stiftung schreibt den 35. Annalise-Wagner-Preis sowie den 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis aus und freut sich auf Bewerbungen und Vorschläge aus der Region und darüber hinaus. Einsendeschluss ist der 1. März 2026.
Regionale Literatur im Mittelpunkt
Ausgezeichnet werden literarische Texte mit Bezug zur Region Mecklenburg-Strelitz rund um Neubrandenburg und Neustrelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Der regionale Bezug kann sich entweder aus dem Inhalt der Texte ergeben oder aus dem Lebens- und Wirkungsort der Autorinnen und Autoren. Die Preise würdigen damit sowohl regionale Themen als auch literarische Stimmen, die in der Region zu Hause sind.
Die renommierte Heidelberger Kunsthistorikerin und Ägyptologin Dr. Friederike Werner erhält für ihre innovative kulturhistorische Studie „Das ‚ägyptische‘ Geheimnis oder: Die verhüllten Tempel von Hohenzieritz und Berlin 1795/1850“ den Annalise-Wagner-Preis 2025. Der Annalise-Wagner-Preis wird vergeben von der Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg. Er würdigt hervorragende Texte mit Bezug zum Gebiet der historischen Region „Mecklenburg-Strelitz“ im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert und wird vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte unterstützt.
Die Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg schreibt zum 34. Mal den mit 2.500 Euro dotierten Annalise-Wagner-Preis aus. Für junge Autorinnen und Autoren bis 27 Jahre gibt es zusätzlich eine Chance auf den 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis mit 200 Euro Preisgeld.
Für den Preis können Texte eingereicht werden, die einen Bezug zur Region „Mecklenburg-Strelitz“ rund um Neubrandenburg, Neustrelitz, Friedland oder Mirow oder zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben. Alternativ können es Texte sein, die von Autorinnen und Autoren verfasst wurden, die dort leben.
Dabei sind wissenschaftliche oder populärwissenschaftliche Sachtexte genauso gefragt wie Belletristik aller Genres oder Kinder- und Jugendliteratur. Willkommen sind sowohl Manuskripte als auch Publikationen aus den letzten drei Jahren, die in Verlagen, im Selfpublishing oder online erschienen sind.
Prof. Dr. Carsten Gansel erhält den mit 2.500 Euro dotierten „Annalise-Wagner-Preis 2024“ für sein biografisches Sachbuch „Ich bin so gierig nach Leben: Brigitte Reimann, die Biographie“, das 2023 im Aufbau-Verlag erschien. „Der Gewinn für die Leser besteht nicht zuletzt darin, mit seinen Schilderungen Brigitte Reimanns faszinierende Persönlichkeit in den Kämpfen ihrer Zeit einsehbar zu machen.“ Die Jury wählte Gansels Werk aus 68 Einreichungen aus.
In der Jury-Begründung heißt es weiter: „Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933 – 1973) zählt zu den faszinierendsten Künstler-persönlichkeiten der DDR. Ihr unangepasstes Leben und ihre literarischen Werke beschäftigen noch heute eine zahlreiche Leserschaft. Sie wird gerade international neu entdeckt. Der Neubrandenburger Literaturwissenschaftler Carsten Gansel hat die erste umfassende wissenschaftliche Biographie zur Autorin vorgelegt. Er bewertet ihr modernes Leben und Schaffen aus der intimem Kenntnis der Brüche der Epoche und ihrer literarischen Reflexion neu.
Dabei erschließt er unbekanntes Material zu Reimanns Herkunft und Schulzeit, ihren literarischen Anfängen und vielen maßgeblichen Wegpunkten ihres Lebens. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Leben und dem Schaffen der Autorin trägt dort reife Früchte, wo Carsten Gansel mit Zeitzeugengesprächen und recherchierten Archivalien die politischen und kulturpolitischen Auseinandersetzungen in Brigitte Reimanns Lebenszeit bildhaft und profund nachzuvollziehen versteht.
Carsten Gansels Suchbewegung geht gleichermaßen in die Breite wie in die Tiefe, wenn er die Konflikte um Literatur und Gesellschaft parallel detailliert schildert. Der Gewinn für die Leser besteht nicht zuletzt darin, mit seinen Schilderungen Brigitte Reimanns faszinierende Persönlichkeit in den Kämpfen ihrer Zeit einsehbar zu machen. Ohne die beobachtende Distanz des Literaturwissenschaftlers zu verlassen, kommt Carsten Gansel der Autorin Brigitte Reimann dabei sehr nahe.“
In diesem Jahr schreibt die Annalise-Wagner-Stiftung den mit 2.500 Euro dotierten Annalise-Wagner-Preis bereits zum 33. Mal aus. Für junge Autorinnen und Autoren bis 27 Jahre gibt es zusätzlich die Chance auf den Annalise-Wagner-Jugendpreis mit 200 Euro Preisgeld.
Noch bis zum 1. März 2024 können Bewerbungen und Vorschläge für beide Preise eingereicht werden. Gesucht werden Texte aus der oder über die Region Mecklenburg-Strelitz. Die Annalise-Wagner-Stiftung freut sich sowohl auf Eigenbewerbungen von Autorinnen und Autoren als auch auf Vorschläge von Leserinnen und Lesern. Mitmachen ist ganz unkompliziert: Einfach eine formlose Nachricht und den Text – gern auch im PDF-Format – via E-Mail senden an stiftung.bibl@neubrandenburg.de oder ein gedrucktes Exemplar an folgende Post-Adresse schicken:
Ein unveröffentlichtes Manuskript ist der Jury ebenso willkommen wie Publikationen aus den letzten drei Jahren, die in Verlagen, im Selfpublishing oder als Online-Publikationen erschienen sind. Nach der Juryarbeit werden die Publikationen und Manuskripte zurückgesendet und Dateien datenschutzkonform gelöscht.
Jörn van Hall erhält für sein Prosa-Debüt „Du stirbst im Fliegen“ (Quintus Verlag, 2022) den Annalise-Wagner-Preis 2023. Der Literaturpreis der Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg ist mit 2.500 Euro dotiert. Er würdigt zum 32. Mal einen Text aus der oder über die Region Mecklenburg-Strelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, der sowohl sprachästhetisch von hervorragender Qualität als auch thematisch von herausragender Relevanz ist. Die Preisvergabe unterstützen in diesem Jahr die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Text fordert zum Nachdenken über Heimat und Identität heraus
Die Jury wählte Jörn van Halls Erzählung aus 73 Einreichungen aus. In der Jury-Begründung heißt es: „Du stirbst im Fliegen – ein kleines Meisterwerk mit großer Strahlkraft. Jörn van Hall erzählt die Geschichte der an Demenz erkrankten Opernsängerin Helene und des aus seiner iranischen Heimat geflüchteten Mourad. Tag für Tag wartet dieser in der norddeutschen Container-Unterkunft auf den Brief, der über sein Leben entscheiden soll. Und er verzweifelt zusehends, bis sein heimlicher Freund Ole ihm im Haus der Mutter ein Zimmer anbietet. Im Gegenzug soll Mourad sich um die achtzigjährige Helene kümmern, die mehr und mehr vergisst. Mit seiner Hilfsbereitschaft und den stimmungsvollen Erzählungen über seine Heimat und Träume gewinnt Mourad die Sympathien von Helene, Nachbarin Maike und der Briefträgerin Irma. Nur der verwitwete Frithjoff, Maikes Vater und Helenes Verehrer, bleibt misstrauisch. Diese Dorfgemeinschaft ist „– Tür an Tür lebend – auch eine Art Notgemeinschaft. In der jede(r) um die fein gewebten Fäden von Schicksal, Schuld und Verantwortung weiß. Ohne, dass diese benannt werden müssten. […]“ Am Ende muss Mourad über sein Leben entscheiden – allein …“