Revierförster Jens Wehden bei der Vorbereitung des Weihnachtsbaumverkaufs an der Charlottenhütte auf dem „Mirower Holm“. Foto: Forstamt Mirow
Die Charlottenhütte auf dem Mirower Holm wird für den Weihnachtsbaumverkauf vorbereitet. An diesem traditionsreichen Ort stehen am Sonnabend, dem 13. Dezember, Nordmanntannen von der Landesforst M-V zum Verkauf zwischen 10 Uhr bis ca. 13 Uhr bereit. Wer möchte, kann sich auch in der nahegelegenen Weihnachtsbaumplantage seinen Baum selbst schlagen.
Der heute eingeweihte Samengarten widmet sich dem Erhalt der genetischen Vielfalt der Eibe.
Im Forstamt Jasnitz zwischen Ludwigslust und Hagenow ist heute das Landeskonzept „Erfassung, Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Waldgenressourcen in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt und zugleich den erste Samengarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingeweiht worden. Klimaschutz- und Forstminister Dr. Till Backhaus, der krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte, lobt das vorgestellte Konzept, das mehr sei als eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme:
„Es ist ein Bekenntnis zum Schutz der genetischen Vielfalt unserer heimischen Wälder und damit zu ihrer Zukunftsfähigkeit. Denn genetische Vielfalt ist die Lebensversicherung unserer Wälder in Zeiten des Klimawandels. Nur wenn unsere Baum- und Straucharten über eine breite genetische Basis verfügen, können sie sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen, widerstandsfähig bleiben und die vielfältigen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen des Waldes auch künftig erfüllen“, so Backhaus.
Alte Buchenwälder sind wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und wachsen im Forstamt Mirow an vielen Stellen.
Mitarbeitende der Landesforst M-V werden in den nächsten Wochen und Monaten in den Wäldern des Forstamtes Mirow unterwegs sein. Ihre Aufgabe ist es, den Zustand der Schutzgebiete zu erfassen. Im Bereich des Forstamtes Mirow befinden sich acht FFH-Schutzgebiete mit insgesamt 2.500 ha Waldfläche. Dabei steht die Abkürzung FFH für Flora, Fauna und Habitate (Lebensräume). Ziel dieser europäischen Schutzgebiete ist der Schutz von Pflanzen, Tierarten und Lebensräumen. In den Wäldern des Forstamtes Mirow befinden sich 700 Hektar geschützte Wald-Lebensraumtypen und mindestens 8 besonders geschützte Tier- und Vogelarten. Besonders wertvoll sind alte Buchenwälder oder Moorwälder, die Tierarten wie dem Fischotter und dem Eremit, einem seltenen Holzkäfer, Heimat geben.
Revierförsterin Heike Roth und ihre beiden Wachtelhunde Quinci und Isi sind auf den Weihnachstbaumverkauf am 15. Dezember an der Alten Försterei Priepert gut vorbereitet.
Zwischen Rechlin und Neustrelitz starten die Försterinnen und Förster mit dem Weihnachtsbaumverkauf. An drei Terminen des Forstamtes Mirow können Weihnachtsbäume aus Mecklenburg erworben oder auch selbst geschlagen werden. Am Samstag, dem 7. Dezember, sind die Mirower Förster auf der Inselweihnacht auf der Mirower Schlossinsel dabei und haben eine große Auswahl an Nordmanntannen im Angebot.
Bei der Einschulung in Mirow hatte Bürgermeister Henry Tesch die Erstklässler gefragt, was sie davon halten, gemeinsam Bäume zu pflanzen. Die Zustimmung war überwältigend. Jetzt, im Frühjahr, war es soweit. Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion der Grundschule Mirow hatten Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse die Möglichkeit, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz in ihrer Region zu leisten. Unterstützt wurden sie dabei von Schülerinnen und Schülern der 2. Klassen.
Die Schulwald-Initiative vom Gymnasium Carolinum begleitete sie dabei umfassend und professionell. Gemeinsam mit der gemeinnützigen Stiftung Wälder für Morgen, dem Forstamt Mirow und der Freiwilligen Feuerwehr Mirow trafen sich alle Unterstützer vor Ort.
Die Schülerinnen bekamen zunächst eine kurze Einführung durch den Revierförster Hubert Beese, der ihnen erklärte, welche Pflanzen besonders geeignet für den Standort und die zukünftigen Klimabedingungen sind. Die Buche, an ihren langen und spitzen Knospen zu erkennen, und die Eiche, die deutlich kleinere, knubbeligere Knospen besitzt. Diese beiden Laubbaumarten sollen für mehr Mischung in dem bisherigen Kiefernwald sorgen. Im Vergleich zu einem reinen Kiefernwald, in dem alle Bäume gleich alt sind, ist ein gemischter, mehrstufiger Wald mit Laubbaumarten, ein sogenannter Dauerwald, besser auf den Klimawandel vorbereitet.
Nach der Pflanzaktion: Die Mitarbeitenden der GAF AG und des Forstamtes Neustrelitz Fotos: GAF AG
In den letzten Jahren wurden viele Wälder durch Sturm, Trockenheit und Schädlingsbefall geschwächt. Die GAF AG mit Niederlassung in Neustrelitz hatte bereits 2022 im Rahmen ihrer Weihnachtsspendenaktion das Forstamt Neustrelitz finanziell unterstützt. Nun konnte endlich auch die geplante Pflanzaktion mit neun Mitarbeitenden der Niederlassung umgesetzt werden. Zusammen mit fünf Mitarbeitenden des Forstamtes Neustrelitz pflanzten sie auf einer Fläche von ca. 4.000m² an einem Nachmittag knapp 1.500 Setzlinge der Traubeneiche (Quercus petraea) im Forstrevier Zinow in der Nähe vom Großen Lanzsee. Der vorherige Fichtenbestand musste an dieser Stelle aufgrund von Borkenkäferbefall gefällt werden.
Durch die Pflanzung von standortheimischen Laubarten wie beispielsweise der Traubeneiche soll der naturnahe Waldumbau von Nadelmonokultur zu Mischwald gefördert und die Resilienz des Waldes gegenüber dem Klimastress erhöht werden. Da das Forstamt einen Teil der Pflanzlöcher mit Erdlochbohrern schon vorgebohrt hatte, ging die gemeinsame Aktion schnell vonstatten. Zusätzlich hatte das Forstamt bereits im Vorfeld auf der Fläche in größeren Abständen insgesamt ca. 500 Spitzahorne und Robinien gesetzt.