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Der kleine Prinz, Deutsche Tanzkompanie, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Premiere

Man kann es nicht oft genug aufschreiben: Mit der Deutschen Tanzkompanie besitzt unsere Region ein kulturelles Juwel. Vorstellung für Vorstellung beindruckt es mit seiner Leuchtkraft, so auch am gestrigen Abend bei der Premiere des Märchenballetts „Der Kleine Prinz“ im Neubrandenburger Schauspielhaus (Strelitzius berichtete kurz). Keine Frage: Die Tänzerinnen und Tänzer um ihren Choreographen Torsten Händler haben einmal mehr die Herzen ihres Publikums erreicht. Im Zuschauerraum auch etliche Kinder, denen nach der Vorstellung anzusehen war, wie sehr sie die Aufführung beeindruckt hat. Gut, das ist ebenso die Wiederholung wert, dass die Existenz der Kompanie nun endlich gesichert scheint. Nicht auszudenken, sie wäre frevelhaft aus unserer Kulturlandschaft getilgt worden.
Torsten Händler war es nach eigener Aussage wichtig, die sehr bekannte Geschichte des Kleinen Prinzen auch mit den Mitteln des Tanzes „für alle kleinen und großen Zuschauer verständlich und nahvollziehbar zu erzählen. Mit dem Tanz ist es möglich, die verschiedenen Charaktere sehr genau zu entwickeln und Emotionen hervorzurufen.“ Das ist dem Choreographen mit seiner Truppe unbedingt gelungen. Und dass die Bewegung einhergeht mit der Poesie von Antoine de Saint-Exupéry, vorgetragen von Axel Rothe, macht die Inszenierung noch wertvoller. Die von Freundschaft und Liebe getragene Botschaft des Kleinen Prinzen, wunderbar getanzt von Sara Branco, dass man nur mit dem Herzen gut sieht, ist angekommen. Eine Augenweide auch Kostüme und Ausstattung des Stücks (Herbert Buckmiller), das in Koproduktion mit dem Theater Hof entstand. Hier hatte „Der Kleine Prinz“ vor zwei Jahren Premiere. Nun hat Händler mit der Deutschen Tanzkompanie für eine Weiterentwicklung gesorgt.
Beglückende Dreiecksbeziehung
Zu feiern ist im 125. Geburtsjahr von Antoine de Saint-Exupéry unbedingt auch die beglückende Dreiecksbeziehung Torsten Händler-Deutsche Tanzkompanie-Gisbert Näther (1948-2021). Händler und den Musiker und Komponisten Näther verbindet die Liebe zum Erzählen und die Arbeit für Kinder. Schon 1998 schuf Händler für die Deutsche Staatsoper sein Erfolgsballett „Max und Moritz“ zur Musik von Gisbert Näther, das ab 2002 in einer Neufassung für die Deutsche Tanzkompanie die Bühnen eroberte. 2006 folgten „Die Bremer Stadtmusikanten“, 2010 „Rotkäppchen“. Diese oder andere der Märchenmusiken des Komponisten setzte Torsten Händler auch in Chemnitz, Plauen-Zwickau, Ljubljana und in Hof um. Dort, im Fränkischen, bezauberte „Der Kleine Prinz“ erstmals als Tanzstück Kinder und Erwachsene.
„Während der Erarbeitung der Choreographie war es spannend, mit der wunderschönen Musik von Gisbert Näther zu arbeiten“, betonte Händler. Ihn hat es besonders gefreut, zur gestrigen Premiere Gabriele Näther, die Witwe des Komponisten, begrüßen zu dürfen.
Die einstündige, überaus anrührende Aufführung verging wahrlich wie im Fluge. Bestimmt hat der Kleine Prinz von seinem Planeten vor Freude heruntergelacht. Es tanzten neben Sara Branco, der die Prinzenrolle wie auf den Leib geschrieben schien, Daisuke Sogawa, Luka Magalhães, Noé Plasencia, Emma Lucia Brattini, Roberta Ramos, Aidan Grierson, Linn Rümpler, Charlie Riddieford und Johanna Sogawa. Nächste Vorstellungen: 14.11., 18 Uhr, Landestheater Neustrelitz; 16.11., 16 Uhr, 10.12., 10 Uhr, 11.12., 9 und 11 Uhr, jeweils Schauspielhaus Neubrandenburg.






