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Merten Schroedter. Foto: Petite Machine

Griechische Tragödien wie „Medea“ oder „König Ödipus“ sind fester Bestandteil der Theaterspielpläne. Und römische Komödien? Fehlanzeige! Dass diesen Werken Unrecht getan wird, beweist der Schauspieler Merten Schroedter („In aller Freundschaft“, „Großstadtrevier“) in einer szenischen Lesung: Gemeinsam mit seinem Schauspielteam erweckt Schroedter zwei dieser vergessenen Juwelen zum neuen Leben. So sind am Sonnabend, 30. März, ab 16 Uhr, im Schlosstheater Rheinsberg die beiden Komödien „Casina“ von Plautus und „Eunuchus“ von Terenz zu erleben. Die über 2000 Jahre alten Werke der römischen Dichter sind zeitloses Volkstheater, in dem Obszönitäten und Lebensweisheiten humorvoll aufeinanderprallen.

„Casina“ ist die Rachegeschichte einer pfiffigen Ehefrau, die ihren lüsternen Ehemann in die Schranken weisen will. In „Eunuchus“ begegnet das Publikum einem bunten Figurenarsenal voller lustvoller Stereotype, die in einem Beziehungs-Tohuwabohu aneinandergeraten: ein dummer Offizier, ein verliebter Bürgerssohn, eine kluge Prostituierte, ein schelmischer Sklave und viele weitere. Es ist ein Stück voller Irrungen und Wirrungen, voller Slapstick und herrlicher Komik.

Dennoch lassen die Geschichten immer wieder den Kloß im Halse stecken. Teilweise kommen schwere Themen auf den Tisch: Gewalt, Verschleppung und Zwangsprostitution. So wirft Merten Schroedter mit seinen Schauspielkollegen Eva Brunner, Silke Buchholz und Josip Culjak auch einen kritischen Blick auf die antiken Werke, die zwischen den Zeilen teilweise progressiv wirken. Es ist ein Ausblick in die Moderne, wenn die „Sklavenfigur“ im Vordergrund steht, in eigenen Monologen ihre Perspektive schildert und das Publikum Mitleid entwickelt.

„Wir kreieren eine breite Übersicht über das, was die Leute im alten Rom lustig fanden, und das zum Teil auch heute noch tun.“, erklärt Merten Schroedter, der viele Jahre fest an Stadt- und Staatstheatern gearbeitet hat: „Die römischen Komödientechniken wurden durch die Jahrtausende hindurch eins zu eins immer wieder genutzt – das geht über Shakespeare bis zu heutigen Sitcoms wie ‚The Big Bang Theory‘ oder ‚Friends‘.“

Karten: 29 €

www.osterfestspiele-schloss-rheinsberg.de

Musikkultur Rheinsberg (Mo-Fr 10-15 Uhr)
Telefon: 033931 / 721 17
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