Das Hans-Fallada-Museum in Carwitz pulsiert schon im Sommertakt. Nach dem Internationalen Museumstag am 17. Mai wartet bereits die nächste spannende Veranstaltung. Am Freitag, 22. Mai, 20 Uhr, präsentiert der Verein „FALLADA LAND“ seine szenische Lesung „Die schießwütigen Frauen von der Oie“. Kartenreservierungen sind möglich unter 039831 20359, museum@fallada.de oder an der Museumskasse.
Schauspieler Gedeon Burkhard und Entertainerin Lou Hoffner sind zu Gast im Landestheater Neustrelitz. Mit ihrer szenischen Lesung „Liebe, Lust & Hexenschuss“ über die Höhen und Tiefen einer Ehe unternehmen sie am kommenden Freitag, 21. November, ab 19.30 Uhr, einen Angriff auf die Lachmuskeln.
Griechische Tragödien wie „Medea“ oder „König Ödipus“ sind fester Bestandteil der Theaterspielpläne. Und römische Komödien? Fehlanzeige! Dass diesen Werken Unrecht getan wird, beweist der Schauspieler Merten Schroedter („In aller Freundschaft“, „Großstadtrevier“) in einer szenischen Lesung: Gemeinsam mit seinem Schauspielteam erweckt Schroedter zwei dieser vergessenen Juwelen zum neuen Leben. So sind am Sonnabend, 30. März, ab 16 Uhr, im Schlosstheater Rheinsberg die beiden Komödien „Casina“ von Plautus und „Eunuchus“ von Terenz zu erleben. Die über 2000 Jahre alten Werke der römischen Dichter sind zeitloses Volkstheater, in dem Obszönitäten und Lebensweisheiten humorvoll aufeinanderprallen.
„Casina“ ist die Rachegeschichte einer pfiffigen Ehefrau, die ihren lüsternen Ehemann in die Schranken weisen will. In „Eunuchus“ begegnet das Publikum einem bunten Figurenarsenal voller lustvoller Stereotype, die in einem Beziehungs-Tohuwabohu aneinandergeraten: ein dummer Offizier, ein verliebter Bürgerssohn, eine kluge Prostituierte, ein schelmischer Sklave und viele weitere. Es ist ein Stück voller Irrungen und Wirrungen, voller Slapstick und herrlicher Komik.
Die Lesenden im Landestheater Neustrelitz: Burkhard Wolf, Noah Alexander Wolf, Barbara Schnitzler, Josefin Ristau und Thomas Pötzsch (von links).
Wer am gestrigen Sonntagnachmittag trotz des Bilderbuchwetters den Weg ins Landestheater Neustrelitz gefunden hat, wird es nicht bereut haben. Die szenische Lesung mit Barbara Schnitzler und den Mitgliedern des Schauspielensembles Thomas Pötzsch, Josefin Ristau, Noah Alexander Wolf und Burkhard Wolf sowie der Stimme von Uwe Johnson hat das auf der Drehbühne platzierte Publikum schnell in den Bann der Wortgewalt des bedeutenden Schriftstellers und Chronisten gezogen. Johnson hat nicht nur geschrieben, er hat mit dem ihm eigenen, unverwechselbaren Sprachstil Bilder gemalt, die in ihrer Detailliertheit seine Leser oder in diesem Fall Zuhörer eintauchen lassen in das Geschehen, ja geradezu fesseln. Und er ist ein wertvoller Zeitzeuge.
Gelesen wurde von den Mutmaßungen über den Tod von Jakob Abs, der ins Visier der Staatssicherheit gerät und nach seiner Rückkehr aus Westdeutschland umkommt. „Mutmaßungen über Jakob“ ist Uwe Johnsons Debütroman (1959). Anlässlich des 90. Geburtstages sowie des 40. Todestages widmet die Schauspielsparte der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz dem Jahrhundert-Schriftsteller eine exklusive Veranstaltungsreihe. Ensemble und Gäste erkunden gemeinsam Johnsons umfassendes Werk. Mit der gestrigen Lesung ist eine feine Fortsetzung der Reihe gelungen. Der größte Part fiel dabei Barbara Schnitzler zu, sie hat ihn mit Bravour bewältigt. Und der Einfall, die Literaturfreunde immer wieder zu neuen Podien der Lesenden zu drehen, verdient einen Sonderapplaus.