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Interessante Arbeiten entstehen beim Besuch vom simsalartistischen „Kultur:Mobil“. So entdecken die Triepkendorfer die für Mecklenburg typischen beschnittenen Weiden gesprüht völlig neu. Foto: Ramona Seyfarth

Wer gern kreativ mit anderen zusammen ist und sich dabei über das Leben vor Ort und Gestaltungsmöglichkeiten austauschen möchte, ist am Sonnabend, 24. September, auf dem Hof des Triepkendorfer Pfarrhauses richtig. Ihren monatlichen Besuch haben die Simsalartisten mit ihrem „Kultur:Mobil“ von 14 bis 17 Uhr angekündigt.

„Wir haben hier schon die vielfältigsten Druckverfahren ausprobiert, vom Linolschnitt über Tetrapackdruck, Radierung bis zum Sprühen mit Schablone oder freiem Sprayen. Es wurde auch mit allen Teilnehmern wunderbar vielstimmig gesungen“, so Marieken Matschenz, Projektleiterin vom „Kultur:Mobil“. Das Projekt biete die verschiedensten Möglichkeiten mit Hauptaugenmerk auf Wünsche und Bedürfnisse der Engagierten vor Ort. Beim Austesten der Drucktechniken habe es zum Beispiel zahlreiche ältere Damen gegeben, die sich mit viel Spaß selbst überrascht haben.

Gut sei das Angebot laut Marieken Matschenz für beide Seiten: „Wir als Macherinnen lernen viel über das Leben von den Menschen vor Ort in einer Atmosphäre, die von wunderbar warmherziger Stimmung sowie gegenseitiger Achtung und Bewunderung dessen geprägt ist, was man ausprobiert. Außerdem erfahren wir viel über die Lebensleistungen der Menschen, die zu uns kommen und hören mit Demut, wie sie mit all den Unwägbarkeiten des Lebens umgehen.“ Als ‚handgreifbares‘ Ziel sollen letztendlich in Triepkendorf individuelle „Dorfbücher“ entstehen, wobei Marieken Matschenz schmunzelnd ergänzt: „Wobei wir jetzt schon wissen, dass wir im Winter sicher auch mal Socken stricken werden.“

Anstoß und Anlass des Zusammenkommens

Das seit anderthalb Jahren fahrende Projekt „Kultur:Mobil“ in Trägerschaft des Vereins „simsalArt e.V.“ fungiert als Anstoß und Anlass, um mit kreativen Angeboten im ländlichen Raum zusammenzukommen und mit den Leuten vor Ort zu überlegen, welche Aktionen für sie unterstützt werden können. Sind doch viele Möglichkeiten der Zusammenkunft und des dörflichen Austausches in den letzten Jahrzehnten verschwunden und auch die Coronakrise hat bei den Engagierten im ländlichen Raum tiefe Spuren hinterlassen.

Da ist es praktisch, dass das Kultur:Mobil ein wahrhaft mobiler Ort ist, um zusammenzukommen und sich wie ein „Formwandler“ den Bedürfnissen vor Ort anpasst: Mal wird der mit Material bestückte Anhänger für Workshops genutzt, dann ist er eine ausklappbare Bühne oder verwandelt sich in ein OpenAir-Kino. Umsetzbar wurde das Projekt durch die Aufnahme in die 5. Förderrunde des Programms „Neulandgewinner – Zukunft erfinden vor Ort“ des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung e.V., finanziert durch Mittel der Robert-Bosch-Stiftung.

www.simsalart.de