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In Mirow ist am gestrigen Sonnabendabend ein weiterer Schritt getan worden, dem Areal Unteres Schloss neues Leben einzuhauchen. Rund 100 Gäste haben sich die Wiedereröffnung der Alten Feuerwache in der Rotdornstraße nicht entgehen lassen. Die Stadt verfügt nun über eine Kulturadresse mehr, und die in bester Lage direkt am Wasser, Seite an Seite mit der bereits von Besuchern verwöhnten Schlossinsel.

Mario Di Leo mit seinen Kindern Stella und Luca.

Zum Auftakt von „Schmitt’s Mirower Frühsommer“ gab es ein mit viel Beifall bedachtes Liederprogramm der Compagnia Di Leo. Zu erleben waren Vater Mario Di Leo (Gesang, Gitarre), der mit Tochter Stella (Gesang) und Sohn Luca (Gitarre, Bass, Gesang) dem Publikum ein Hörerlebnis höchster Güte bescherte und es schlichtweg verzauberte. Das Trio vermittelte virtuos einen tiefen Eindruck von der reichen Liedkultur Italiens, unterstützt vom befreundeten Reinhold Joppich, der bereits seit 1985 mit literarisch-musikalischen Italienabenden im deutschsprachigen Buchhandel, auf Kleinbühnen und in Kulturvereinen unterwegs ist. Joppich, einst Buchhändler in Rom, übersetzte die Gesangstexte und hatte auch den einen oder anderen launigen Spruch parat, womit das Vergnügen an diesem Abend bei Wein und Bratwurst komplett wurde. Bella Italia!

Henry Tesch (rechts) mit Grit und Peter Schmitt.

Eingangs des lauschigen Abends hatte Bürgermeister Henry Tesch das Engagement der örtlichen Buchhändler Grit und Peter Schmitt gewürdigt, die auch die Idee hatten, die Alte Feuerwache zu revitalisieren. Die Stadt hat die Initiative aufgegriffen und die ehemalige Fahrzeughalle mit Bühneneinbau und der Akustik förderlichem Abhängen der Decke zunächst bespielbar gemacht. „Das war erst der Anfang“, so Tesch, „nun gilt es Fördermittel einzuwerben, um das Gebäude zu sanieren.“ Das betrifft unter anderem die Sanitäranlagen,aber auch den Nebenraum, in dem auch Citymanager Kevin Lierow-Kittendorf einen Arbeitsplatz erhalten soll. Mit Veranstaltungen im und am Unteren Schloss, auf der dahinter liegenden Kulturbühne und nun auch in der Feuerwache gehe das Konzept auf, die Immobilie zunächst „mit Kultur zu besetzen“ und nach und nach in kommunaler Regie zu entwickeln, schloss der Bürgermeister.

„Schmitt’s Mirower Frühsommer“ wird heute mit dem Start zur Wolfgang-Kohlhaase-Retrospektive in der Alten Feuerwache fortgesetzt. Um 18 Uhr ist der Film „Sommer vorm Balkon“ zu sehen, um 20 Uhr folgt „Berlin Ecke Schönhauser“. Bis Donnerstag, 30. Juni, werden täglich weitere Filme gezeigt, mehr dazu immer rechtzeitig hier im Blog. Außerdem ist am Finaltag der Meister der Drehbücher, Wolfgang Kohlhaase, erneut Gast in Mirow.