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Straßenmusik in der Schlossstraße. Fotos: Andrea Meifert

Eine wunderschöne Fête de la Musique in Neustrelitz liegt hinter uns. Doreen Rother als Mitglied des Organisationsteams hat ihre Eindrücke in einem Artikel zusammengefasst, den Strelitzius nachstehend veröffentlicht.

Sommer, Sonne und Musik, Musik, Musik. Was sich nach Urlaub anhört war ein ganz normaler Dienstagnachmittag und Abend. Gut, ganz normal war er nicht, denn am längsten Tag des Jahres 2022 haben viele Menschen aus Neustrelitz und der Mecklenburgischen Seenplatte auf der Zweiten Fête de la Musique den Sommer gutgelaunt mit Musik begrüßt. Mit viel Spielfreude hat sich die regionale Musikszene ihrem Publikum an ganz unterschiedlichen Orten präsentiert. Die knapp vierzig Anmeldungen trudelten nach und nach ein; die letzte am Vorabend um 22 Uhr und wurde auch noch bearbeitet.

Mit dabei waren der Kinderchor der Evangelischen Grundschule, Musikanten des Grundschule Kiefernheide, belle, Die Chauffeure, Christian Pörschke, Sabine Denkinger, Vindspel, Maja Loest, Vokalensemble CHORona, Fernläuten, Wedel & Thevery, Margas Saxofonensembles, Klangpiloten, Oliver Wenzlaff, Konzertchor, Alive, Papillon, Jill Tonic, Joachim Pukies, die Bermdt Brothers, Flying Stix, Band Seewalde, Litebelew, Les bonBOns, Mollonia Express, Henri Stabel sowie Musikschulensembles und die Musikklasse der Nehru-Schule. Dieses Aufgebot hat bei meinen Freunden und Bekannten im nahen und fernen Ausland für ungläubiges Erstaunen und Anerkennung gesorgt. Die Stadt und das Umland von Neustrelitz kann stolz sein auf so ein breit aufgestelltes Musikangebot. Die freiberuflichen MusikerInnen, die genau wie die AmateurmusikerInnen komplett ohne Gage aufgetreten sind, haben für die fantastische Stimmung an diesem Tag in der Stadt gesorgt.

Bewährte und neue Spielorte

Nach dem Jonglieren mit Wunschzeiten und -orten, um die Auftritte mit den beruflichen Tätigkeiten vieler Mitwirkenden in Einklang zu bringen, kristalisierte sich allmählich ein Programm heraus. Auch nach Redaktionsschluss des Flyers kamen Anmeldungen, sodass das Programm ständig wuchs. Zu den bewährten Spielorten vom vergangenen Jahr kamen zwei Orte am Zierker Seen hinzu, und die Organisatoren waren gespannt, ob das Konzept aufgehen würde. Und es ging auf, denn an allen, auch ungewöhnlichen oder versteckten Orten fand sich ein zahlreiches, interessiertes Publikum ein, um der Musik zu lauschen oder im Rhythmus zu wippen, und überall herrschte gute Stimmung.

In der Schlossstraße gab es an drei Orten, die in diesem Jahr mit Pavillons und Bänken ausgestattet wurden, handgemachte Straßenmusik von Jazz mit Saxofon, Rock, Pop und Swing über gecoverte Musik, alterative Songs bis zu Folkpop und lateinamerikanischer Musik eine bunte Mischung zu entdecken. Ein Dankeschön geht an die Semmelweis-Apotheke, das Tattookabinett und das Hygieneinstitut, die die Stromanschlüsse zur Verfügung stellten, an denen sich die Bands anstöpseln konnten. Die Besucher hörten, schauten, verweilten, trafen sich und flanierten entspannt die Straße entlang.

Rechts und links der Schlossstraße waren auf den Höfen des Kunsthauses und des Kulturquartiers Bühnen aufgebaut, auf denen ebenfalls Musik unterschiedlicher Genres erklang. Sowohl das Kunsthaus, als auch das Kulturquartier unterstützten die Fête de la Musique, in dem sie die Vorbereitung und Betreuung aus eigenen personellen und sachlichen Mitteln übernahmen. Die beiden Höfe hatten ihren ganz eigenen Charme und boten dem Publikum mit Deutschrocksongs, Swing und Weltmusik, akustischem Pop, skandinavischer Folkmusic, Rock und Musical ebenfalls eine Vielfalt an musikalischen Stilrichtungen.

Die beiden neu ins Konzept eingebundenen Orte am Zierker See, am Hafen neben dem Schiffsbistro und der Platz vor dem Wäschespülhaus, wurden von Einheimischen und Touristen gut angenommen. Während sich am Hafen MusikerInnen und SängerInnen mit Coversongs, Songs zur Gitarre, klassischer Chormusik und Country vor maritimer Kulisse abwechselten, lockte die Wiese vor dem Wäschespülhaus mit Gesang, Piano- und Vokalmusik. Das halbschattige, lauschige Plätzchen wurde zur untergehenden Sonne noch einmal so richtig voll.

Erstaunliche Akustik im Schlossgarten

Auch im Schlossgarten, der den Musizierenden, die ohne Technik Musik machen, vorbehalten war, wurde an verschiedenen Orten musiziert. Die Parklandschaft bot das passende Ambiente, um die Flöten und Ukulelen, Weltfolkmusik und Saxofonklänge hervorragend zur Geltung zu bringen. Kinder tanzten, Leute sangen mit und spendeten viel Beifall. Die etwas erhöhten Plätze vor dem Luisen- und dem Hebetempel sorgten für eine erstaunliche, guttragende Akustik.

Kiefernheider Grundschüler musizierten am Louisentempel.

Der Alte Kiosk in der Seestraße mit Italo-Diskomusik, die Perkussionisten unter den vier Kastanien und andere Musikensembles, die sich auf Wiesen, unter Bäumen und auf Bänken ihrem Instrument hingaben, zogen ebenfalls Musikinteressierte und neugierige ZuhörerInnen an.

Auf dem baumbestandenen Musikschulhof in der Glambecker Straße fand auf eigenen Wunsch eine separate Veranstaltung mit Blasmusik, zwei Bands, Vokalmusik und sinfonischer Orchestermusik statt. Eltern und Angehörige zollten den MusikschülerInnen begeistert Beifall.

Die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung konnte wieder auf der Bühne auf dem Schlossberg, die uns die Theater- und Orchester GmbH zur Nutzung überließ, ausgerichtet werden. Die jüngsten Sängerinnen und Sänger stimmten das Publikum mit ihren Liedern und Geschichte auf den musikalischen Nachmittag und Abend ein. Die Abschlussveranstaltung gestalteten die zwei unterschiedlichen Tanzensembles Streetdance und Tanzhaus, indem sie Musik von Musical über HipHop bis Irish Folk in Bewegungen umsetzten.

Dankeschön an Neuwo und Stadtwerke

Das positive Feedback bestätigte den Eindruck eines gelungenen Musikfestes, bei dem etliche freiwillige HelferInnen die Spielorte betreuten und für einen reibungslosen Ablauf und ein freundliches Willkommen sorgten. Ein großes Dankeschön geht auch an die Stadtwerke Neustrelitz sowie das Wohnungsunternehmen Neuwo, die durch Spendengelder für eine stabile Finanzierung der Fête de la Musique sorgten. Nicht zuletzt bedankt sich das Organisationsteam, bestehend aus Marten Schröder, Margaretha Hafner-Akazawa, Sophie Dietel und mir, Doreen Rother für die gute Zusammenarbeit mit dem Verein Kultur in Bewegung e.V. Mit der Kulturbeauftragten, Andrea Meifert, war eine freundliche, kreative und aktive Zusammenarbeit möglich. Die Residenzstadt Neustrelitz förderte diese Fête de la Musique zur Begleichung der Ausgaben wie Gema-Gebühren, Straßensperrung und vieles mehr und wird das auch künftig tun.

Damit sind dann alle Weichen gestellt, sich schon auf die dritte Fête de la Musique in Neustrelitz am 21.06.2023 zu freuen.

Das Vokalensemble CHORona trat am Wäschespülhäuschen auf.