Schlagwörter
Ausstellung, Bollewick, Harder, Mecklenburgische Seenplatte, Scheune, Tenne, Zu laut für Weiß
Was sichtbar ist, beginnt bei Katrin Harder dort, wo Musik eigentlich unsichtbar wird: in Klang, Resonanz, Bewegung und Emotion. Mit ihrer neuen Ausstellung „ZU LAUT FÜR WEISS“ verwandelt die Künstlerin die Tenne im Obergeschoss der Feldsteinscheune Bollewick in eine begehbare Bildwelt, in der Kunst und Musik auf ungewöhnliche Weise miteinander verschmelzen. Insgesamt 23 großformatige Arbeiten erzählen eine zusammenhängende visuelle Geschichte – wie ein Buch, das sich beim Durchschreiten der Ausstellung Seite für Seite öffnet. Am kommenden Freitag, den 9. Oktober, um 18 Uhr, ist Vernissage.
Im Mittelpunkt steht die Musik als verbindendes Element. Linien werden zu Spuren von Bewegung, zu Trägern von Rhythmus und Energie. Zwischen Naturmotiven, menschlichen Beziehungen und inneren Zuständen entstehen Spannungsfelder zwischen Nähe und Distanz, Zerbrechlichkeit und Stärke, Trennung und Zusammenhalt. Dabei spielt die Perspektive eine entscheidende Rolle. Je nach Blickwinkel, Abstand und Lichtsituation verändern die Bilder ihre Wirkung. Ruhige, verbindende Momente treffen auf raue, fast bedrohliche Szenen. Eine Bassistin kann in einem Moment Ausdruck stiller Verbundenheit sein, während aus einer anderen Perspektive eine isolierte Figur in einer unwirklichen Landschaft erscheint – den Naturgewalten ausgesetzt. Gegensätze werden sichtbar, bleiben aber durch die Musik miteinander verbunden.
Wellpappe trifft auf lackierten Rahmen
Katrin Harder verbindet klassische Zeichentechniken mit unterschiedlichen Stilrichtungen und bewegt sich zwischen realistischer Darstellung, expressiver Zeichnung und grafischer Verdichtung. Ungewöhnliche Materialien erweitern ihre Bildsprache: Großformatige, grundierte Wellpappe trifft auf handgefertigte, lackierte Rahmen und Schwarzlichtfarbe. Lichtwechsel und die räumliche Inszenierung schaffen zusätzliche Ebenen und lassen die Arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht erscheinen. Ergänzende Skulpturen und die Einbindung realer Musikerinnen erweitern das Ausstellungskonzept über
die zweidimensionale Bildfläche hinaus.
Harders Arbeiten sind geprägt von präziser Beobachtung und einer tiefen Verbindung zur Musik. Ihre Bildsprache ist technisch vielseitig, ausdrucksstark und eigenständig. Porträt, freie Linie und grafische Elemente verbinden sich zu einer Ausstellung, die weniger eine Sammlung einzelner Bilder als vielmehr einen zusammenhängenden Erfahrungsraum bildet.
Geschichte der Hoffnung
Und bei aller Vielschichtigkeit erzählt „ZU LAUT FÜR WEISS“ auch eine Geschichte der Hoffnung: von Frauen, die in einer männerdominierten Welt ihre eigenen Töne definieren; vom Auseinanderbrechen und Wiederzusammenfinden, von Wandel und Verbindung. Musik wird dabei zur universellen Kraft, die trägt, verbindet und neue Perspektiven eröffnet. „ZU LAUT FÜR WEISS“ ist eine Ausstellung, die nicht nur betrachtet, sondern erlebt wird – zwischen den Tönen.
Die Vernissage findet mit musikalischen Überraschungsgästen statt. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen und Einblicke:
Instagram: brokenlines_art
Website: www.brokenlines-art.com
