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Bei der Verabschiedung: OB Silvio Witt, Marco Thamke, Roberto Thude und Stadtpräsident Dieter Stegemann. Fotos: KFV Seenplatte

Die Kameraden Roberto Thude und Marco Thamke sind am 1. April vom Hof der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg mit einem alten, für diese Aktion umgebauten Fahrzeug zu ihrer Ostseespendentour (Strelitzius berichtete) gestartet. Innerhalb von zwei Wochen sollen ca. 7500 Kilometer zurückgelegt und dabei Feuerwehren und Stationen in Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen besucht werden.

Leider haben die aktuelle Situation in Europa und die strengen Corona-Regeln eine Änderung der geplanten Route erforderlich gemacht. So hat die Feuerwehr in Stockholm abgesagt und die Durchfahrt durch Russland war nicht möglich, schreibt mir mein Blogfreund Norbert Rieger vom Kreisfeuerwehrverband der Mecklenburgischen Seenplatte.

Vor der Sponsorentafel

Neben ein bisschen Abenteuerlust der Akteure hat das Hauptanliegen einen sehr ernsten Charakter. In der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg waren seit 2003 neun Feuerwehrkameraden an Krebs erkrankt, drei sind gestorben. Für die Freiwilligen Feuerwehren gibt es keine vergleichbare Erhebung. „Es ist ein Problem aller Brandbekämpfer angesprochen, denn Feuer entwickelt gesundheitsschädigende Rauchgase, die vermutlich ursächlich sind. Und Feuer macht keinen Unterschied zwischen Brandbekämpfern einer Berufsfeuerwehr oder einer Freiwilligen Feuerwehr“, so Rieger. „Das Land Mecklenburg-Vorpommern lässt die Häufung der Erkrankungen in Neubrandenburg in einer Studie untersuchen. Doch bis zum Ergebnis wollen wir nicht warten und unterstützen aus diesem Grunde die Ostseespendentour.“

Hamburger Gesellschaft sensibilisiert

In Hamburg ist die gemeinnützige Gesellschaft „FeuerKrebs“ (www.feuerkrebs.de) ansässig, die sich genau um diese Thematik kümmert. Die Arbeit der Gesellschaft ist nach einem Drei-Säulen-Model ausgerichtet: „Zuerst – Danach – Zuletzt“ und beinhaltet die Aufklärung und Sensibilisierung, die Förderung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Betreuung Betroffener sowie die Unterstützung von Betroffenen und ihren Familien.

Es kann für die Gesellschaft gespendet werden:

Spendenkonto: IBAN: DE17 2005 0550 1216 1821 37,
BIC: HASPDEHHXXX,
Verwendungszweck: „FeuerKrebs“-Ostseespendentour.

Mit der Tour sollen nicht nur finanzielle Mittel eingeworben werden, es geht um einen Erfahrungsaustausch mit den Feuerwehren der bereisten Länder. Wie gehen die Gesellschaft und die Kameraden dort mit dem Thema um? Welche Erfahrungen können wir in Deutschland nutzen? Es geht auch um die Anerkennung der Krebserkrankungen als Berufskrankheit für die Brandbekämpfer. Darüber hinaus gibt es schon jetzt wichtige vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Erkrankungen jeglicher Art im Feuerwehrdienst.

Fahrzeug hält durch, Besatzung wohlauf

Das Feuerwehrauto war nach mehreren Stationen als Löschfahrzeug im abwehrenden Brandschutz in Holland und in der Mecklenburgischen Seenplatte in Neukalen im Einsatz. Zuletzt diente es als Ausbildungsfahrzeug im Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte. Zwischendurch konnte die Freiwillige Feuerwehr Göhren-Lebbin damit den Brandschutz absichern und somit die Zeit der Neubeschaffung überbrücken, da ihr altes Löschfahrzeug den Dienst aufgegeben hatte.

„Nach mir vorliegenden Informationen läuft die Tour planmäßig, das Fahrzeug hält durch, das Wetter ist für den Norden typisch mit Wind, Kälte und Schnee und unsere beiden Kameraden sind wohlauf. Nach der Rückkehr soll das Fahrzeug der Gesellschaft als Werbeträger übergeben werden“, teilt Norbert Rieger mit. „Zuletzt bedanke ich mich im Namen vieler Kameradinnen und Kameraden bei Marco und Roberto für diese wichtige Aktion, bei allen Unterstützern und Helfern, bei der Gesellschaft ‚FeuerKrebs‘ und natürlich bei allen bisherigen und zukünftigen Sponsoren.“