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Im ehemaligen Gasthof „Zum Löwen“ in Mirow ist ein Inklusions- und Familienhotel entstanden, das komplett auf die besonderen Bedürfnisse der Gäste mit pflegebedürftigen oder chronisch kranken Kindern abgestimmt ist. Das teilt mir Christiane Thederan mit, Gründerin von „Querleben“. Hilfe für Eltern und Geschwister mit beeinträchtigten Kindern bieten sie und ihr Team seit kurzem von Mirow aus für ganz MV an (Strelitzius berichtete).

Christiane Thederan

Insbesondere an Familien mit Kindern, die ihren Alltag mit einer geistigen, seelischen oder körperlichen Einschränkung, mit komplexen Beeinträchtigungen, schweren chronischen Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen meistern müssen, richtet sich das Angebot. „Aus eigener Betroffenheit heraus wissen wir, wie beängstigend, schmerzvoll und kräftezehrend die Versorgung eines pflegebedürftigen Kindes sein kann“, sagt Christiane Thederan. „Wie schwer es ist, sich neben aller Anstrengung auch noch Gedanken um Anträge für Hilfsmittel bei Krankenkassen und Ämtern machen zu müssen. Gerade diese Prozesse zehren oft viele Kräfte, bei denen wir die Familien unterstützen wollen.“

Als gemeinnützige Kontakt-, Netzwerk- und Beratungsstelle setzt „Querleben“ auf den individuellen Aufbau eines Entlastungs- und Versorgungsnetzwerkes für betroffene Familien. Aber auch bei der Beantragung und Durchsetzung von sozialrechtlichen Leistungsansprüchen macht sich das Team stark. „Gerade hier gibt es oft viele Schwierigkeiten. Hinzu kommt, dass viele Betroffene oft gar nicht wissen, welche entlastenden Leistungen ihnen überhaupt zustehen“, so Thederan.

Stunden- oder tageweise Entlastung im Alltag

Eine Möglichkeit etwa ist der Einsatz von Pflege- und Betreuungskräften, die Familien stunden- oder sogar tageweise im Alltag entlasten. Aber auch der Austausch von Betroffenen oder die Veranstaltung von Therapie-Intensiv-Wochen liegen Christiane Thederan am Herzen. So ist sie die erste, die ein solches Angebot im Nordosten umgesetzt hat. Eine Woche lang haben Eltern mit ihren behinderten Kindern dabei in Mirow die Gelegenheit, auszuspannen, aber gleichzeitig Therapieangebote wie Ergo- und Physiotherapie engmaschig zu nutzen. Dafür hat Christiane Thederan mit ihrem Hotel den passenden Ort geschaffen.

Aber auch abseits solcher Intensivangebote steht das Haus offen für Familien, die hier einen inklusiven Urlaub mit ihren pflegebedürftigen oder chronisch kranken Kindern verbringen wollen. „Das wichtigste für die Eltern ist, sich auch mal fallen lassen zu können, die Verantwortung und Versorgung ihrer Kinder temporär in verlässliche Hände abzugeben“, weiß Christiane Thederan aus eigener Erfahrung. Mit ihrem inzwischen zehnköpfigen Team macht sie das möglich, nicht nur in Mirow. In ganz MV sind die Pflegefachkräfte, Sozialpädagogen und Heilerzieher unterwegs, um Familien mit chronisch kranken Kindern vor Ort zu entlasten.

Angebot für Geschwisterkinder

Auch für Geschwisterkinder gibt es ein spezielles Angebot, sich mit ihren besonderen Lebensumständen auseinanderzusetzen. „GeschwisterLeben“ lautet das Projekt, was gerade gestartet ist. Viele Impulse hat Christiane Thederan aus Berlin mitgebracht, wo die gelernte Erzieherin und studierte Sozialpädagogin lange gelebt und in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet hat. Zusammen mit ihrer Familie ist sie vor ein paar Jahren zurück nach MV gekommen und hat sich der Beratung und Begleitung von Familien mit pflegebedürftigen Kindern verschrieben.

Unterstützung für Kinder-Lebens-Lauf gesucht

Als Mitglied im Bundesverband Kinderhospiz e. V. beteiligt sich „Querleben“ auch am Kinder-Lebens-Lauf, der am 7. April in Berlin startet und von dort aus fast 7.000 Kilometer zu Fuß, per Fahrrad, mit Rollstühlen, Booten oder Kutschen durch ganz Deutschland zieht. Am 26. September macht die Fackel auf ihrem Weg von Greifswald aus Station in Mirow bei „Querleben“. Dann gilt es, die Engels-Fackel über 140 Kilometer bis nach Potsdam zur nächsten Station zu bringen. „Wir hoffen, viele Menschen dafür zu gewinnen, uns bei dieser Aufgabe zu unterstützen“, sagt Christiane Thederan. „Möglich wäre dies z. B. durch einen Spendenlauf oder Wandertag auf einem Stück der Strecke. Die kann auch gepaddelt, gejoggt oder per Rad oder Pferd zurückgelegt werden. Wir freuen uns sehr auf zahlreiche Mitwirkende entlang der Strecke von Mirow bis Potsdam.“

Wer unterstützen möchte, kann sich bei Christiane Thederan melden
(E-Mail: info@querleben.de).