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Foto: Ronald Kraatz

Trotz der schlimmen Zeiten, die wir alle mehr oder weniger durchmachen, dürfen wir nicht vergessen, uns Optimismus und Humor zu bewahren. Einer meiner Interviewpartner hat mir das gestern angeraten, und Recht hat er. Eine Steilvorlage für Frohsinn hat uns dieser Tage ein bislang nicht bekannter Spaßvogel an der B 198 zwischen Wesenberg und Mirow mitten auf dem durchnässten Acker nahe der ehemaligen Nerzfarm beschert. Dort sitzt seit Tagen ein Angler und versucht, einer größeren Pfütze ein Schuppentier abzuringen.

Lieben Dank an meinen Blogfreund Ronald Kraatz, der den Ausdauersportler abgelichtet und mir in den Nachrichteneingang geschoben hat. Enrico Hackbarth, Chef der Touristik GmbH Mecklenburgische Seenplatte, ist der Versessene auf dem Stoppelacker nahe Siedenheide auch nicht entgangen. Enrico schreibt mir: „Seit Jahren machen wir Werbung dafür, dass man in der Kleinseenplatte gut angeln kann. Das hat ja neben der sportlichen und der kulinarischen Komponente auch entschleunigende und entspannende Züge. Wir verkaufen nicht nur Angelkarten, sondern auch Touristenfischereischeine. Insgesamt ist Angeln ein wichtiges Produkt, um mehr Gäste in der Nebensaison zu uns zu locken.“

Was ja an der B 198 offenbar gelungen ist. Er habe, so der Touristik-Chef, gestern mal angehalten um den Petri-Jünger nach Karte oder Schein zu befragen. Der habe aber von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. „Ich habe ihm Petri Heil gewünscht und ihm einen Apfel dagelassen, damit er nicht verhungert, falls er nun so gar nichts fängt.“ Vorher habe Hackbarth noch die Fischerei Wesenberg kontaktiert, die sich aber für das neue Gewässer nicht zuständig fühlt.

Für alle nicht so gut aufgelegten Leser aus leidvoller Erfahrung sicherheitshalber: Das ist eine Glosse, mein Blogfreund hat keinen an der Klatsche. Übrigens ist der dauerregenbegünstigte Dauerangler bei Siedenheide nicht allein in der Region. In Flecken Zechlin ist mit dieser Tage noch so ein Typ (unten) begegnet, der sich als nicht ansprechbar entpuppte.