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Ortstermin vor der Alten Brennerei: Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Keller, Barbara Toennieshen, Lea Ritter, Michael Schwab, Pepe Keller und Steffen Rißmann (von links).

Die frisch gegründete brenn:werk-Genossenschaft, die sich die Entwicklung der früheren Wesenberger Brennerei auf die Fahne geschrieben hat, ist gestern zum Antrittsbesuch im Rathaus der Woblitzstadt empfangen worden. Bürgermeister Steffen Rißmann ließ sich von den Vorstandsmitgliedern das Vorhaben erläutern und trat beeindruckt als erstes Mitglied nach den Gründern in die Genossenschaft ein.

Zuvor hatte die Stadt bereits eine Kofinanzierung in Höhe von 20.000 Euro beschlossen und damit aus Sicht von Vorständin Barbara Toennieshen „ein positives Zeichen gesetzt, dass wir in Wesenberg willkommen sind“. Außerdem wurde von der Genossenschaft, der EU-Fördermittel in Aussicht stehen, ein Kredit aufgenommen, um unter anderem den Grundstückskauf zu tätigen und erste Arbeiten abzusichern. Auch Aufträge sind bereits ergangen.

Steffen Rißmann füllt das Eintrittsformular der Genossenschaft aus.

Einige der Gründungsmitglieder haben ihren Wohnsitz schon aus Berlin in die Woblitzstadt bzw. deren Umgebung verlegt, weitere sind dabei. Zusätzlich sollen auf dem mehr als 7000 Quadratmeter großen Areal an der Bahnhofstraße mittelfristig ein paar kleine Wohnungen für Genossenschaftsmitglieder entstehen. Rißmann schilderte aus seinem Bekanntenkreis, dass es etliche Einheimische gebe, die der Genossenschaft begeistert als investives oder als aktives Mitglied beitreten wollen. „Für die Unterstützung des Projektes wird es immer Mehrheiten in der Stadtvertretung geben“, sicherte der Bürgermeister zu. Schlüssel für Akzeptanz vor Ort sei ein Höchstmaß an Öffentlichkeit.

Im ersten Schritt geht es um die bauliche Sicherung der Gebäudesubstanz, vornehmlich Arbeiten am Dach und an der künftigen, multifunktional nutzbare Veranstaltungshalle, sowie die Beräumung des Geländes. Die letztere Aufgabe wollen die Genossenschaftler mit hoffentlich vielen freiwilligen Helfern selbst angehen. Ansonsten wird das Vorhaben von dem Jungarchitekten Wito Tröschel betreut, der seine Wurzeln in Wesenberg hat und das Potenzial der Brennerei bereits vor Jahren erkannt hat (Strelitzius berichtete). Er hat das Objekt in den Mittelpunkt seiner Bachelorarbeit gestellt.

Der Ideenkatalog, um die Alte Brennerei mit neuem Leben zu erfüllen, ist bereits jetzt ansehnlich, weitere Vorschläge werden gern von Mitmachern entgegengenommen. Wenn alles optimal läuft, wird bereits im Frühjahr auf dem Gelände Wesenberger Bier gebraut. Neuwesenberger Michael Schwab bringt aus der Hauptstadt eine klimaneutrale Container-Brauerei mit und will neben Flaschenbier auch Fassbier für hiesige Gastronomen anbieten. Sehr interessiert am Gerstensaft unter anderem Lea Ritter vom Gasthaus Canow, die ebenfalls im Vorstand der Genossenschaft vertreten ist und eigene gastronomische Ideen einbringt.

Zur Brauerei sollen sich ein Biergarten und ein Regionalladen gesellen. An ein Café ist gedacht, Kultur- und Jugendarbeit sollen hier eine Adresse finden, über Stiftungen Künstler zeitweilig residieren, auch ein Coworking Space soll angeboten werden. Die Wesenberger Lesestube könnte hierher umziehen, ein Wochenmarkt in den Sommermonaten stattfinden…

Nun hoffen die Gründer auf möglichst viele Leute, die der Genossenschaft beitreten. Am 19. Februar um 15 Uhr gibt es für alle Gelegenheit, auf dem Brennerei-Gelände mehr zu erfahren. Vorab können sich Interessenten auf der Webseite der Genossenschaft informieren, wo im Verlauf des heutigen Tages auch ein Beitrittsformular bereitgestellt wird.

www.brennwerk-wesenberg.de

…und hinter der Brennerei, wo schon Abfallcontainer aufgestellt worden sind.