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Thomas Besse. Foto: B4B MV

Im Januar waren in der Seenplatte 1387 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember, insgesamt 13 452. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,2 Prozent. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind es aber 1521 Arbeitslose weniger. „Trotz leichter saisonaler Blessuren ist der Arbeitsmarkt robust ins neue Jahr gestartet. So hat die Arbeitslosigkeit zwar zum Jahresbeginn, wie es in den Wintermonaten üblich ist, zugenommen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich deutlich weniger Menschen arbeitslos melden mussten, als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Denn die Unternehmen brauchen ihre Beschäftigten – oder wissen, was sie an ihnen haben und entlassen sie auch dann nicht, wenn das Geschäft saisonal bedingt schlechter läuft“, kommentiert Arbeitsagenturchef Thomas Besse die aktuelle Statistik.

Die jährlichen Höchststände der Arbeitslosigkeit fallen in der Regel in die Wintermonate Januar und Februar. Gründe hierfür sind saisonale Faktoren zum Jahresbeginn: das Winterwetter, das Auslaufen des Weihnachtsgeschäftes im Einzelhandel, der Kündigungstermin für Arbeitsverhältnisse zum Jahresende und das Ende vieler zweieinhalb- und dreieinhalbjähriger Berufsausbildungen.

Mit 13 452 arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern ist die Januar-Arbeitslosigkeit im Seenplatte-Landkreis so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die hohe Zahl der mehr als 2450 offenen Stellen zeigt die große Nachfrage nach Fachkräften. Gefragt sind dabei auch immer neue Qualifikationen, auch bei denen, die schon gut qualifiziert sind. Damit steht für Besse fest: „Wir brauchen neue Ansätze bei Aus- und Weiterbildungen.“ Besonders gesucht werden Arbeitskräfte in Callcentern und der Zeitarbeit, im Gesundheit- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe. Es folgen Berufe in Baugewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und im Gastgewerbe.

Und mit Blick auf die Entwicklung bei den langzeitarbeitslosen Männern und Frauen sagt der Arbeitsmarktexperte: „Der deutliche Rückgang im Vorjahresvergleich ist noch lange kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Noch immer sind vier von zehn Arbeitslosen hierzulande ein Jahr oder länger arbeitslos.“

Besonders erfreut zeigt sich der Agenturchef über die gesunkene Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren. Eine Einschränkung macht er allerdings: „Profitiert haben ausschließlich die Jugendlichen mit Berufsabschluss.“