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Mit Erstaunen haben Stadtpräsidium und Fraktionen der Neustrelitzer Stadtvertretung auf eine Mitteilung von Bürgermeister Andreas Grund reagiert, dass Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) nach einem längeren Telefonat mit ihm nun doch noch im Mai, und zwar am kommenden Montag, zu einem Gespräch über die Zukunft des Schlosskellers in Neustrelitz erwartet wird. Präsidium und Fraktionsspitzen sind dazu vom Stadtoberhaupt ins Rathaus eingeladen worden.

Die Stadtvertreter hatten an die Adresse des Ministers um Terminverlegung auf den 26. September gebeten, da sie bislang keine hinreichende Gelegenheit hatten, in die mit Verspätung zur Verfügung gestellten Landesplanungen zum Schlosskeller Einsicht zu nehmen (Strelitzius berichtete) und damit in fundierte weitere Gespräche zu gehen. Nur wenige Abgeordnete hätten bislang Gelegenheit zu einer ersten Einsichtnahme gehabt, heißt es in einer Pressemitteilung des Sprechers für Stadtpräsidium und Fraktionen in Sachen Schlosskeller, Ernst-August von der Wense. Offenbar wolle Brodkorb entgegen eigenem Bekunden an einer „allgemeinen, nicht zielführenden Diskussion festhalten“.

Kein Verständnis gebe es dafür, dass der Minister mit der Erwähnung von Millioneninvestitionen des Landes in Schlossgarten, Orangerie und Marstall gegenüber der Presse offenbar Druck ausüben wolle. „Diese bewilligten Investitionen haben mit dem Streitthema Schlosskeller nichts zu tun“, betonte von der Wense.

Das Land will den Schlosskeller bekanntlich verfüllen und spricht irreführend von „konservieren“.  Die Gegner dieser Verfahrensweise halten das für nicht denkmalgerecht, sondern für denkmalzerstörerisch, und treten statt dessen für eine Nutzung ein, um Geschichte erlebbar zu machen. Die Stadtvertretung hatte in ihrer Sitzung am 1. Februar den Bürgermeister beauftragt, gegenüber dem Finanzministerium und dem Betrieb für Bau und Liegenschaften darauf hinzuwirken, dass eine Beräumung des Kellers unter Schonung der Wände und Decken durchgeführt, aber auf ein Verfüllen verzichtet wird. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sollte dann eine umfassende Bestandsaufnahme folgen.