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Eigentlich bin ich ja mit meiner Buchhandlung Wilke in Neustrelitz und dem Antiquariat am Neustrelitzer Stadthafen voll zufrieden. Beide Adressen decken meinen Literaturbedarf, wobei auch in diesem Fall nichts für die Ewigkeit sein muss. Die Verlockung lauert direkt vor der Haustür, also in Kleinzerlang, nur einen Katzensprung vom heimatlichen Wesenberg.

Dort wird mir ein Geschäft in Aussicht gestellt, das nicht so leicht auszuschlagen ist. Zum Gedruckten gibt es hier nämlich Eier direkt aus dem Stall. Und es gibt doch nichts Schöneres, als die Nase in ein gutes Buch zu stecken, während gleich nebenan auf dem Herd ein leckeres Omelett brutzelt. Da tritt die Frage, ob es das Buch zum Ei oder das Ei zum Buch gab, glatt in den Hintergrund. Die Kunst besteht nur darin, sich rechtzeitig von den Zeilen zu lösen, weil, sonst ist sie verbrannt, die Eierspeise. Aber auch im fortgeschrittenen Alter liebt meine Wenigkeit noch die Herausforderung.

Nun bin ich echt in Entscheidungsnot. Die angestammten Büchertempel oder kombinierte geistig-körperliche Versorgung auf ländliche Art? Ein bisschen Bedenkzeit bleibt ja noch. Die Hühner legen wohl jetzt schlecht, und ohne Eier sollten die Druckwerke bei unserem jüngsten Dorfspaziergang wohl nicht über den Tisch gehen. Dabei wäre die Versuchung groß gewesen, denn mein Lieblingsantiquariat macht auch erst am 21. März wieder auf.