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Milchbauern der Region haben sich am Dienstagabend in Waren zu einer spontanen Protestaktion zusammengefunden. Mit 39 Fahrzeugen, davon 28 Traktoren mit Anhängern, zogen die rund 50 Teilnehmer nach Polizeiangaben vor das Betriebsgelände der Müritz Milch GmbH, um gegen die niedrigen Aufkaufpreise für Milch zu demonstrieren. Der momentane Milchaufkaufpreis liegt mehr als 30 Prozent unter der Wirtschaftlichkeitsgrenze.
Die Polizei verhinderte eine Blockade der Firma. Sie hatte nach eigenen Angaben am Nachmittag von der geplanten Aktion erfahren, die friedlich verlaufen sei. Nach drei Stunden zogen die Landwirte aus der Ernst-Alban-Straße wieder ab.
Ich habe heute Morgen mit Norbert Stier, Vorstand der Agrargenossenchaft Wesenberg gesprochen. Sein Unternehmen war in Waren nicht vertreten, steht aber voll hinter dem Protest. „Wir leiden natürlich auch unter der Preispolitik und stehen jetzt zwischen Baum und Borke. Schließlich planen wir den Bau einer 1200-er Milchviehanlage. Da fragt man sich jeden Tag, ob das auch wirklich lohnt.“

Bei allem Respekt vor dem Engagement der Bauern, aber haben die in Wirtschaftskunde nicht aufgepasst? Es gibt offensichtlich zu viel Milch auf dem Markt! Das Angebot bestimmt den Preis, und ein Überangebot lässt die Preise sinken. Das ist überall so, wo es zu viel von gibt, auf dem freien Markt. Zuviel Milch, Strom, Geld, … und überall bekommt man nichts mehr dafür.
Nun hatte ich ja auch nicht Wirtschaftskunde, wahrscheinlich hieß das zu meinen Schüler- und Studentenzeiten auch noch anders. Aber ich kenne aus dem Spannungsfeld zwischen Entwicklungsländern und unserer westlichen Welt den Begriff vom fairen Handel. Hier geht es nicht um Milchüberschüsse, sondern darum, dass Discounter und andere Handelsketten in einem erbarmungslosen Preiskampf versuchen, sich gegenseitig zu unterbieten. Und die Produzenten in Folge dessen nicht mehr auskömmlich herstellen können. Wird einem übrigens in jedem Eine-Welt-Laden erklärt.