Der Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz lädt am Sonntag, 13. September, von 10 bis 17 Uhr zum Tag des offenen Denkmals ein und bietet ein abwechslungsreiches Programm. Der Eintritt ist frei. Der Tag des offenen Denkmals® ist eine bundesweite Veranstaltung, koordiniert und unterstützt durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
Blick in die Sonderausstellung. Foto: Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz e.V.
Der Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz startet am 2. Mai in die neue Saison und zeigt die multimediale Sonderausstellung „Lebenslänglich Heimkind – Umerziehung im Durchgangsheim Bad Freienwalde“. Am 7. Mai findet im Erinnerungsort eine Bürgerberatung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv statt.
Jochen Schmidt, Falk Jagszent, Heiko Kärger und Andreas Grund (von links) bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung. Foto: LK MSE
Die ehemalige Stasi-Haftanstalt in der Töpferstraße in Neustrelitz soll auch in den kommenden drei Jahren durch den Verein Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz e.V. erhalten und betrieben werden.
Am heutigen Mittwoch unterschrieben das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern Jochen Schmidt, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, vertreten durch den Landrat Heiko Kärger, und die Residenzstadt Neustrelitz, vertreten durch Bürgermeister Andreas Grund, im Kulturquartier eine entsprechende Absichtserklärung.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern bietet die ehemalige Stasi-Haftanstalt auf dem Neubrandenburger Lindenberg für ein Mindestgebot von gerade einmal 20.000 Eur für das knapp vier Hektar große Gelände zum Kauf an. Aus Sicht der Neubrandenburger Grünen stiehlt sich das Land damit aus seiner Verantwortung. „Vor zwei Jahren hat die Stadtvertretung auf unsere Initiative hin mit dem Beschluss über das Moratorium ein Bekenntnis für die Aufarbeitung des DDR-Unrechts gesetzt“, so Rainer Kirchhefer, Vorsitzender der Grünen Fraktion in der Stadtvertretung.
Mit dem Beschluss soll der Prozess der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Areals und zu Perspektiven des Gedenkens unter Beteiligung von Opferverbänden, Initiativen der Geschichtsarbeit und Stadtvertretung fortgesetzt werden. Ziel dieses maximal fünfjährigen Prozesses ist ein sachgerechtes und würdiges Gedenkkonzepts für das Gelände der ehemaligen Haftanstalt und die Opfer der Staatssicherheit der DDR in Neubrandenburg.
Sowohl die Stadt Neubrandenburg als auch der Verein Gedenkort Neubrandenburger Lindenberg – Stasi-Untersuchungshaftanstalt haben in den letzten beiden Jahren Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit dem Areal durchgeführt und verschiedene Ideen für ein Gedenkkonzert entwickelt.
Der Verein Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz e.V. hat die Kandidierenden zur Stadtvertretung befragt, ob und wie sie sich für den dauerhaften Erhalt des Erinnerungsortes einsetzen wollen. Die Antworten sind nunmehr aufbereitet und im Anhang sowie unter www.stasi-haftanstalt-neustrelitz.de zu finden.
„Der Verein freut sich über die grundsätzliche Unterstützung unseres Anliegens, hätte sich aber in den meisten Fällen noch konkretere Aussagen gewünscht“, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende Falk Jagszent. „Wir werden nach der Wahl weiter in dieser Frage aktiv sein und die dann Gewählten beim Wort nehmen.“
Saisonstart im Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz: Im Mai ist an den Sonntagen 19. (Pfingstsonntag) und 26. jeweils von 13-17 Uhr für Besucher geöffnet. Von Juni bis Oktober sind Interessierte dann immer donnerstags von 16-19 und sonntags von 13-17 Uhr eingeladen. An den Donnerstagen gibt es um 17 Uhr eine etwa einstündige Zeitzeugenführung mit Dietrich Conrad.
Besucher können selbständig die Dauerausstellung erleben und sich am Infotresen auch mit Broschüren und Materialien insbesondere des Bundesarchivs rund um das Thema „Staatsicherheit der DDR“ versorgen. Der Eintritt ist wie immer frei, der Verein freut sich jedoch über eine Spende in die bereitstehende Spendenbox. Anfragen für Sonderführungen von Gruppen können an info@stasi-haftanstalt-neustrelitz.de jederzeit gestellt werden.
Das Jahresprogramm und die Öffnung des Erinnerungsorts werden derzeit ermöglicht durch finanzielle Förderungen der Landeszentrale für politische Bildung MV, des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und der Stadt Neustrelitz.
Ab sofort ist im Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße in Neustrelitz neben der im letzten Jahr eröffneten Dauerausstellung die kleine Sonderausstellung „17. Juni kompakt“ der Bundesstiftung Aufarbeitung zu sehen. Der Volksaufstand in der DDR von 1953 jährt sich unter besonderer öffentlicher Aufmerksamkeit in diesem Jahr zum 70. Mal. Der Erinnerungsort widmet seine Arbeit in diesem Jahr schwerpunktmäßig diesem Ereignis, das in ganz besonderer Weise den Wert heutiger Meinungs- und Demonstrationsfreiheit und des Streikrechts vor Augen führt.
Die Sonderausstellung ist ebenso wie die Dauerausstellung noch bis Ende Oktober jeweils donnerstags von 16-19 und sonntags von 13-17 Uhr zu sehen. Donnerstags gibt es um 16 Uhr eine 45-minütige Zeitzeugenführung mit Dietrich Conrad. Der Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Aktuelle Informationen finden sich auf www.stasi-haftanstalt-neustrelitz.de